Kickers Offenbach gegen Mainz 05 II: Der OFC will den Top-Start zu Hause bestätigen

Sechs Punkte aus zwei Spielen, Platz drei und ein Auswärtsauftritt, über den am Bieberer Berg noch immer geredet wird: Der Saisonstart der Kickers hätte kaum besser laufen können. Am Samstag, den 22. August, um 14 Uhr steht nun das erste Heimspiel der neuen Runde an – gegen den FSV Mainz 05 II im Plutos Stadion am Bieberer Berg. Und die Erwartungshaltung ist nach diesem Auftakt eine ganz andere als noch vor ein paar Monaten.

Die Ansage von der Donau

Das 2:0 beim SSV Ulm 1846 war mehr als nur ein Auswärtsdreier. Der Drittliga-Absteiger wird von halb Süddeutschland als Aufstiegsfavorit gehandelt, hat im Sommer einen kompletten Umbruch hingelegt – und wurde vom OFC über weite Strecken beherrscht. Maximilian Schmid staubte kurz vor der Pause zur Führung ab, Maximilian Wolfram legte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Volley das 2:0 nach. Danach verteidigte die Mannschaft konzentriert und hatte durch Wolfram, Keanu Staude und den eingewechselten Luka Garic sogar noch die besseren Chancen.

Bemerkenswert daran: Die Rahmenbedingungen waren mies. Viereinhalb Stunden Busfahrt inklusive mehrerer Staus, dazu Hitze im Donaustadion. Genau in solchen Spielen ist der OFC vergangene Saison reihenweise eingebrochen. Diesmal passierte das Gegenteil. Rund 500 mitgereiste Fans feierten anschließend gemeinsam mit dem Team vor dem Gästeblock, im Mannschaftsbus wurde auf der Rückfahrt angestoßen.

Wolfram als Gewinn, den keiner auf dem Zettel hatte

Zwei Pflichtspiele, zwei Tore – die Bilanz des Neuzugangs liest sich glänzend. Der 29-Jährige bringt 232 Drittliga-Einsätze mit, unter anderem für Carl Zeiss Jena, den FSV Zwickau, den SC Verl und zuletzt 1860 München, wo er zuletzt meist nur zuschauen durfte. Trainer Mark Zimmermann kennt ihn seit dessen Zeit in der Jenaer U19 und schätzt genau das, was der OFC lange vermisst hat: einen Spieler, der den Ball auch dann fordert, wenn es gerade nicht läuft.

Er ist nicht der einzige Sommerzugang, der sofort funktioniert. Maximilian Schmid kam nach einer frustrierenden Saison aus Aue und steht schon bei einem Treffer und einer Vorlage. Benedikt von Hagen wechselte aus der Hessenliga in die Regionalliga und macht als Mittelstürmer die Bälle so fest, dass sich selbst der Trainer überrascht zeigte. Und Luka Garic, 2021 gegangen und im Sommer zurückgekehrt, hat als Joker bereits Akzente gesetzt.

Ünlücifci arbeitet an seinem Comeback

Personell könnte in den kommenden Wochen noch Bewegung reinkommen. Onur Ünlücifci, dessen Vertrag ausgelaufen ist, steht nach fast zehn Monaten Pause wieder auf dem Nebenfeld. Ein Adduktorenanriss, vier Monate erfolglose konservative Behandlung, dann doch die Operation – für den 29-Jährigen war es die längste Verletzung seiner Laufbahn. Zuletzt hatte er die Kickers im Oktober beim Derbysieg in Frankfurt praktisch im Alleingang zum 2:1 geführt.

Inzwischen sieht er sich bei mindestens 80 Prozent, Angebote aus tieferen Ligen hat er ausgeschlagen. Zimmermann will sich vor einer Entscheidung selbst ein Bild machen, was nachvollziehbar ist: Sport- und Trainerposten wurden während der Verletzung neu besetzt. Ein variabel einsetzbarer Linksfuß, der sowohl im Zentrum als auch auf der Schiene funktioniert, wäre für einen Kader mit Aufstiegsambitionen aber kaum verkehrt.

Auch abseits des Platzes läuft es

Die beiden Jubiläumsspiele zum 125-jährigen Bestehen gegen Bayer Leverkusen (1:3) und den VfB Stuttgart (1:8) haben sich gerechnet. Rund 18.300 Zuschauer kamen insgesamt, kalkuliert war mit etwa 9.000 pro Partie – unterm Strich blieb ein Überschuss. Dazu kamen Reichweite durch die Live-Übertragung und neue Partner im Business-Bereich. Für einen Klub, der zuletzt vor allem sparen musste, ist das eine willkommene Nachricht.

Mainz 05 II ist kein Selbstläufer

Die Rheinhessen reisen mit drei Punkten und Rang sieben an, zuletzt gab es ein spätes 2:1 gegen den FSV Frankfurt. Junge, technisch starke Mannschaften wie diese haben dem OFC in der Vergangenheit regelmäßig wehgetan. Vor eigenem Publikum gibt es aber nur eine Marschroute: nachlegen. Wer oben mitspielen will – und daran wird der OFC nun einmal gemessen –, holt gegen eine Zweitvertretung zu Hause drei Punkte. Danach wartet am 28. August um 19 Uhr direkt der nächste Heimauftritt gegen den 1. FC Kaiserslautern II.