Saisonstart gegen Walldorf: Kickers Offenbach mit neuem Kapitän in die Regionalliga

Am Samstag ist es endlich so weit: Kickers Offenbach startet im Plutos Stadion am Bieberer Berg gegen den FC Astoria Walldorf in die neue Saison der Regionalliga Südwest. Anpfiff ist um 14 Uhr, und für das Team vom Bieberer Berg geht damit eine lange, intensive Vorbereitungszeit zu Ende.

Auftakt mit Erinnerungswert

Ausgerechnet gegen Walldorf startet der OFC in die neue Spielzeit – gegen genau jenen Gegner, mit dem die vergangene Saison auf zittrige Weise endete. Damals reichte ein Remis am Bieberer Berg gerade so zum Klassenerhalt. Nun soll der Neustart gelingen, und zwar mit deutlich mehr Anspruch als nur dem nackten Ligaverbleib. Auch wenn Kickers Offenbach in den aktuellen Prognosen kaum als Favorit gehandelt wird, gilt am Bieberer Berg die alte Regel: Mittelfeld ist niemals das Ziel, sondern höchstens eine Zwischenstation auf dem Weg nach oben.

Neuer Kapitän, neue Führungsstruktur

Für frischen Wind sorgt auch die neue Kapitänsfrage. Trainer Mark Zimmermann hat sich für Torwart Johannes Brinkies entschieden, der seit seinem Wechsel 2023 vom FSV Zwickau zu den konstantesten Spielern im Kader zählt und schon in der Vorsaison zeitweise mit der Binde auflief. An seiner Seite als Vizekapitän steht Neuzugang Robin Krauße, ein bekennender Familienmensch, dessen personalisierte Schienbeinschoner ein Foto seiner Frau und der beiden Kinder zieren. Auf dem Platz gilt der 32-Jährige dagegen als kompromissloser Aufräumer im defensiven Mittelfeld. Mit weit über 300 Einsätzen in der 2. und 3. Liga bringt er genau jene Routine mit, die dem OFC in der Vorsaison mitunter fehlte.

Zittrige Generalprobe

Ganz sorgenfrei geht Offenbach allerdings nicht in den Saisonstart. Die Vorbereitung endete mit drei Niederlagen am Stück: Nach einem achtbaren Auftritt gegen Europa-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen (1:3) und einer deutlichen Lehrstunde gegen Champions-League-Starter VfB Stuttgart (1:8) setzte es zuletzt beim Drittliga-Aufsteiger Fortuna Köln ein ernüchterndes 0:3. Hinzu kommen Personalsorgen: Mit Keanu Staude und Nathan Doganay humpelten in Köln gleich zwei Akteure angeschlagen vom Platz, während Alexander Sorge und Jayson Breitenbach erst nach überstandenen Knieoperationen wieder herangeführt werden. Auch Faris El Ouali fällt nach einer Innenbandverletzung mehrere Wochen aus. Zimmermann zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass sein Team rechtzeitig zum Anpfiff die nötige Frische findet.

Auf dem Platz dürfte gegen Walldorf eine Dreierkette mit Mohamadaziz Abdelhadi, Bastian Frölich und Ronny Marcos stehen, davor sollen Jan-Hendrik Marx und Kristjan Arh Cesen für Tempo auf den Außenbahnen sorgen. Im Sturm setzt Zimmermann auf die Neuzugänge Maximilian Schmid und Maximilian Wolfram, die für jene Durchschlagskraft sorgen sollen, die dem OFC in der Vorsaison oft gefehlt hat.

Die stärkste Liga seit Jahren

Dass der Anspruch trotz vorsichtiger Startschwierigkeiten hochgehalten wird, liegt auch an der Konkurrenz: Die Regionalliga Südwest gilt in dieser Saison als so ausgeglichen und hochklassig wie lange nicht mehr. Mit Absteiger SSV Ulm 1846, Dauerfavorit SV Sandhausen und dem ambitionierten FC Homburg tummeln sich gleich mehrere Kandidaten mit Zweitliga-Ambitionen in der Liga, dazu kommen giftige Aufsteiger wie Eintracht Frankfurt II und der VfR Mannheim. Kickers Offenbach taucht in den Prognosen der Experten kaum auf – für den Verein vom Bieberer Berg kann das aber auch befreiend wirken. Ohne den Druck der Favoritenrolle lässt sich freier aufspielen, und genau darauf setzt man am Bieberer Berg: dass die neue Achse aus Führungserfahrung und frischem Personal reicht, um sich in dieser stark besetzten Liga schon bald wieder in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.

Was am Samstag zählt

Für den Auftakt gegen Walldorf braucht es zunächst einmal keine großen Debatten über Tabellenplätze, sondern schlicht drei Punkte und ein überzeugendes erstes Zeichen. Nach einer englischen Woche voller harter Lehren wird das Plutos Stadion am Bieberer Berg Samstagnachmittag zur wichtigsten Bühne, um die Testspiel-Rückschläge vergessen zu machen. Gelingt der neuformierten Mannschaft um Kapitän Brinkies ein couragierter Start, ist der erste Schritt in Richtung der eigentlich immer gültigen Zielsetzung getan: nicht Mittelmaß verwalten, sondern nach oben schauen.