Die Sommervorbereitung der Offenbacher Kickers nimmt Fahrt auf. Nach dem enttäuschenden 14. Platz der Vorsaison soll unter Trainer Mark Zimmermann ein neues Kapitel beginnen – eines, das die Mannschaft vom Bieberer Berg zurück in Richtung obere Tabellenregion der Regionalliga Südwest führen soll. Drei Testspielsiege in Serie machen bereits Mut, und am kommenden Samstag steht mit dem Jubiläumsspiel gegen Bayer Leverkusen das bislang größte Highlight der Vorbereitung an.
Dritter Testsieg in Serie: 6:1 gegen Aschaffenburg
Beim Benefizspiel auf dem Gelände der Sportfreunde Seligenstadt ließen die Kickers gegen Bayernligist Viktoria Aschaffenburg nichts anbrennen. Vor rund 1200 Zuschauern, darunter viele Kinder, setzte sich der OFC deutlich mit 6:1 durch und bescherte den Organisatoren des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Aschaffenburg zugleich eine fünfstellige Spendensumme. Keanu Staude zeigte sich nach zwischenzeitlichem Aussortiert-Werden wieder in starker Verfassung, und Neuzugang Benedikt von Hagen traf zum zwischenzeitlichen 4:1. Ganz zufrieden war Zimmermann trotz des klaren Erfolgs aber nicht: Ihm fehlte in den ersten 30 Minuten die nötige Ruhe am Ball, und auch die Abstimmung in der Dreierabwehrkette bereitete noch Kopfzerbrechen. Immerhin lobte der Coach ausdrücklich das Umschaltspiel, das für die ersten drei Treffer sorgte.
Wolfram und Schmid: Wiedersehen mit ihrem Förderer
Gleich zwei Neuzugänge treffen beim OFC auf einen Trainer, dem sie ihren fußballerischen Durchbruch verdanken. Maximilian Wolfram, zuletzt beim TSV 1860 München und zuvor über Jahre Vielspieler in der 3. Liga, schaffte einst unter Zimmermann bei Carl Zeiss Jena den Sprung ins Profigeschäft – inklusive dramatischem Aufstieg in die 3. Liga per Relegation. Beim OFC soll er nun als lenkender Stratege auf der Acht oder Zehn für Torgefahr und Struktur sorgen. „Wir wollen eine Heimmacht aufbauen“, kündigt Wolfram selbstbewusst an. Auch Maximilian Schmid kennt Zimmermann noch aus gemeinsamen Tagen beim 1. FC Köln II, wo er unter dessen Anleitung seine bis dato beste Saison spielte. Nach Stationen in den Niederlanden, bei Erzgebirge Aue und zurück in Köln zieht es den gebürtigen Offenbacher als zweite Spitze nun zurück in die Heimat.
Rückschläge für Sorge und Dejanovic
Neben den guten Nachrichten gibt es auch Sorgenfalten am Bieberer Berg. Innenverteidiger Alexander Sorge wurde am Knie operiert – eine Meniskusverletzung, die ihn voraussichtlich mindestens anderthalb Monate außer Gefecht setzt. Bitterer trifft es Mittelfeldspieler Daniel Dejanovic: Der 25-Jährige, der sich bereits im April 2025 das Kreuzband gerissen hatte, erlitt beim jüngsten Test in Fulda-Lehnerz erneut einen Kreuzbandriss. Im August steht ihm eine zweite Operation bevor, bei der ein Stück Oberschenkelsehne als Ersatzband ins Knie verpflanzt wird – gefolgt von erneut wochenlangen Krücken und Reha. Für die zentrale Abwehr- und Mittelfeldposition muss sich Zimmermann daher kurzfristig nach Alternativen umsehen, ehe womöglich noch ein Last-Minute-Transfer folgt.
Am Samstag wartet Bayer Leverkusen
Der bisherige Vorbereitungsverlauf mündet nun in das erste echte Heimspiel der Saison: Am Samstag um 15 Uhr empfangen die Kickers im Sparda-Bank-Hessen-Stadion Bundesligist Bayer Leverkusen zum Jubiläumsspiel – schon jetzt sind rund 7800 Tickets verkauft. Nach dem torreichen Auftritt gegen Aschaffenburg soll nun vor allem die Defensivarbeit im Fokus stehen. „Da geht es ums Verteidigen“, stellte Zimmermann klar und kündigte eine entsprechend ausgerichtete Trainingswoche an. Für die Fans vom Bieberer Berg ist die Partie gegen den Bundesligisten ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer Saison, die nach dem Frust des vergangenen Jahres endlich wieder Anschluss an die Spitze der Regionalliga Südwest bringen soll.