Beim OFC läuft die Saison aus, doch ein Endspurt im Schongang ist nicht drin: Am Samstag um 14 Uhr wartet der SC Freiburg II, parallel laufen am Bieberer Berg bereits die Fäden für die kommende Runde zusammen. Der Klassenerhalt steht – die Stimmung rund um das Team vom Bieberer Berg ist trotzdem alles andere als gelöst.
Klassenerhalt gesichert, Frust statt Feierlaune
Das 1:1 gegen den FC Astoria Walldorf hätte ein Befreiungsschlag werden können. Stattdessen brachte erst ein Sieg des SC Verl in der 3. Liga gegen den TSV Havelse rechnerisch endgültige Sicherheit für die Regionalliga Südwest. Kristjan Arh Cesen traf nach einer Ecke von Ouassim Karada früh zum 1:0, ehe Walldorfs Yasin Zor den späten Ausgleich erzielte – mitverursacht durch eine vermeidbare Fehlerkette der Kickers. Auf der Waldemar-Klein-Tribüne reichte das den Ultras nicht: Sie schickten die Mannschaft nach dem Abpfiff weg, statt sich abklatschen zu lassen. Eine deutliche Botschaft, die Trainer Mark Zimmermann nüchtern annahm – die Pfiffe galten nicht 90 Minuten, sondern einer ganzen Spielzeit.
Auf in den Schwarzwald: Auswärtsspiel beim SC Freiburg II
Vorletzter Akt der Saison: Am Samstag um 14 Uhr gastieren die Kickers beim SC Freiburg II. Ein Auswärtsspiel, mit dem sich der OFC traditionell schwertut – die Heim-Auswärts-Diskrepanz war eines der prägenden Themen dieser Spielzeit. Während die Heimsiege gegen SV Sandhausen, Balingen und das Remis gegen den FSV Frankfurt zeigten, was möglich ist, kassierte der OFC in der Fremde reihenweise Niederlagen. Zwölf verspielte Führungen und 29 weggeworfene Punkte stehen als bittere Bilanz im Notizblock. Mit einem ordentlichen Auftritt im Breisgau soll die Vorlage für eine kleine Trotzreaktion entstehen, schließlich misst sich ein Traditionsklub vom Schlage des OFC immer am Anspruch nach oben – und nicht am Tabellenkeller.
Pieckenhagen plant den Umbruch in Ruhe
Sport-Geschäftsführer Martin Pieckenhagen arbeitet längst an der kommenden Runde. Die Kickers werden den Kader spürbar umbauen, doch Hektik will der 54-Jährige nicht aufkommen lassen: Drei Monate liegen zwischen letztem Saisonspiel und neuem Auftakt, Zeit genug also, um die richtigen Personalentscheidungen zu treffen. Erste Spieler wurden bereits informiert, dass es nicht weitergeht; bei anderen läuft der Schlussspurt unter Beobachtung. Auch wer mit langfristigem Vertrag im Kader steht, muss Gespräche erwarten – dort, wo der Status quo nicht zu den Erwartungen passt. Zudem soll mit Luka Garic ein bekanntes Gesicht von Bayern Alzenau zurückkehren – ein erstes Signal in Richtung Aufstiegsanspruch für die kommende Saison.
Trainerfrage: Zimmermann vor Verlängerung
Auch die Trainerposition wird gerade geklärt: Der Vertrag von Mark Zimmermann läuft aus, doch beide Seiten haben Interesse an einer Fortsetzung. Pieckenhagen und der Coach bringen ihre Vorstellungen zu Spielsystem und Kaderzusammenstellung in Einklang – ein wichtiges Puzzleteil für den Umbruch, der idealerweise gemeinsam angegangen wird. Klar ist: Der Anspruch ändert sich nicht. Dass es so wie in dieser Saison nicht weitergehen kann, hat Zimmermann mehrfach unmissverständlich klargemacht. Es brauche eine andere Haltung, mehr Struktur und vor allem Spieler, die im Mittelfeld der Tabelle nicht zufrieden sind.
Konstante zwischen den Pfosten: Vier Keeper bleiben
Inmitten des angekündigten Umbruchs gibt es eine Insel der Stabilität: Das Torwartteam bleibt komplett zusammen. Die unangefochtene Nummer eins Johannes Brinkies hatte bereits verlängert, nun folgten Angelo Tramontana und der erst 18-jährige Nikolas Tatomirovic. Auch Jannik Horz, ohnehin noch ein Jahr unter Vertrag, gehört weiter dazu. Vier Keeper, eine klare Hierarchie – und kein Risiko an einer Position, an der Brinkies in den vergangenen Monaten zu den verlässlichsten Akteuren überhaupt zählte. Eine willkommene Sicherheit in Zeiten, in denen der Rest des Kaders im Umbau steckt.
125 Jahre OFC: Sommer-Highlight mit Handball
Während im Profifußball aufgeräumt wird, plant der Verein parallel sein Jubiläumsjahr: Am 26. Juli um 17 Uhr ist Handball-Bundesligist MT Melsungen in der Bürgeler Sportfabrik zu Gast – ein European-Cup-Teilnehmer trifft auf die Oberliga-Handballer der Kickers. Vizepräsident Christian Peters hat das Spiel zum 125. Geburtstag eingefädelt, für die Halle wird mit großer Resonanz gerechnet. Eine schöne Erinnerung daran, dass der OFC mehr ist als Fußball – auch wenn der Fokus für die Fans natürlich klar bleibt: raus aus dem Tabellenkeller, im Sommer mit frischer Energie und neuem Personal zurück in die obere Tabellenhälfte der Regionalliga Südwest. Vor dem letzten Heimspiel am 16. Mai gegen Hessen Kassel haben die Kickers also reichlich Themen auf dem Tisch.