Personelle Sorgen und viele Fragezeichen beim DFB-Team

Joachim Löw muss bei der Europameisterschaft in Frankreich auf Antonio Rüdiger verzichten. Der Verteidiger vom AS Rom erlitt im Training einen Kreuzbandriss. Sein Ausfall dürfte die Sorgen des Bundestrainers nach zahlreichen Verletzungen und schwachen Testspielen weiter vergrößern.

Erst letzte Woche hatte Jogi Löw bei der Nominierung seines Kaders die erste Hiobsbotschaft verkündet. Marco Reus kann aufgrund anhaltender Adduktorenbeschwerden nicht an der Europameisterschaft in Frankreich teilnehmen. Wenige Tage vor dem ersten Spiel der DFB-Elf gegen die Ukraine nun der nächste Rückschlag: Auch für Antonio Rüdiger ist der EM-Traum geplatzt. Der 23-Jährige wird sein erstes großes Turnier aufgrund eines Kreuzbandrisses verpassen und wohl bis zum Jahresende ausfallen. Für ihn rückt Jonathan Tah von Bayer Leverkusen in den deutschen EM-Kader nach. Alternativen für die Innenverteidigung hat Löw damit weiterhin genug, dennoch bleibt die personelle Lage im deutschen Lager angespannt. Neben den Ausfällen von Gündogan, Reus und Rüdiger erschwert der Trainingsrückstand von Kapitän Bastian Schweinsteiger die Planung. Ein Einsatz von Mats Hummels im ersten Gruppenspiel scheint zudem fast ausgeschlossen. Beide werden wohl erst später ins Turnier eingreifen können.

Durchwachsene Bilanz seit WM-Sieg

Abseits der Verletztenmisere gibt auch die Form der Mannschaft zu denken. Zwar präsentiert sich die die Nationalelf vor großen Turnieren traditionell nicht von ihrer besten Seite, die jüngste Bilanz des DFB-Teams mit fünf Niederlagen aus den vergangenen elf Spielen zeigt aber deutlich, dass der Weltmeister zuletzt selten an seine Normalform anknüpfen konnte. Besonders bei den Tests gegen England (2:3) und die Slowakei (1:3) fielen eklatante Schwächen in der Defensive auf. Doch auch im Angriff besteht noch Verbesserungspotenzial: Die beiden Wolfsburger Julian Draxler und André Schürrle spielten eine vergleichsweise schwache Saison, während Mario Götze bei den Bayern sogar völlig aufs Abstellgleis geriet und kaum Einsatzzeit bekam. Auf Trainer Jogi Löw wartet also noch viel Arbeit, will er die Baustellen bis zum Auftakt gegen die Ukraine am 12. Juni ausbessern.

Frankreich Topfavorit bei den Wettanbietern

Seinen Platz als Titelanwärter Nummer eins hat Deutschland aufgrund der zahlreichen Probleme schon verloren. Ganz anders sieht die Situation bei Gastgeber Frankreich aus. Nach überzeugenden Siegen gegen Teams wie Portugal, die Niederlande, Deutschland und Russland glauben viele Fans und Experten an einen Heimtitel für die Équipe Tricolore. Das spiegelt sich auch bei sämtlichen Wettanbietern wider, wo man den Franzosen ausnahmslos die besten Chancen auf einen EM-Triumph zurechnet. Bei Sportingbet beispielsweise führt Frankreich mit einer Quote von 3,75 klar auf Platz eins. Bei Interwetten gilt ebenfalls das Team von Didier Deschamps als Topfavorit, die Quote von 4,30 auf den Gesamtsieg der Franzosen fällt hier aber attraktiver aus. Ein Tipp auf den Gastgeber scheint übrigens nicht nur aufgrund der starken Bilanz der letzten Monate naheliegend: Schließlich gewannen „Les Bleus“ mit der EM 1984 und der WM 1998 die letzten beiden Turniere im eigenen Land.

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