Zahnlose Wölfe gegen weißes Ballett?

Im Viertelfinale der Champions League wartet auf den VfL Wolfsburg eine zumindest scheinbar unlösbare Aufgabe: Real Madrid kommt in die VW-Stadt. Doch trotz anhaltender Formschwäche rechnen sich die Wölfe gegen den Übergegner Chancen aus.

Das 0:3 in Leverkusen stand stellvertretend für die gesamte Wolfsburger Saison: Ohne Ordnung, ohne Leidenschaft, ohne Biss agierte das Team von Dieter Hecking und findet sich nach nur zwölf Punkten aus elf Rückrundenspielen im Niemandsland der Tabelle wieder. Sechs Punkte Rückstand auf die internationalen Plätze zeugen von einer völlig missratenen Spielzeit 2015/2016. Wäre da nicht die Champions League. Platz eins in der Gruppe vor Eindhoven und Manchester United und souveräne Auftritte in den K.O.-Spielen gegen Gent brachten den VfL so weit wie noch nie zuvor in der Königsklasse. Im Viertelfinale wartet nun jedoch Real Madrid. Die Königlichen spielen zwar ebenfalls keine optimale Saison und haben kaum noch Chancen auf die Meisterschaft. Das 2:1 im Clásico gegen den FC Barcelona zeigte aber: Real kann auch dieses Jahr wieder jeden schlagen und gehört zu den Top-Favoriten auf den Champions-League-Titel. Wenn man jedoch die durchaus vorhandene Qualität abrufe, dann sei „im Fußball sehr viel möglich“, sieht VfL-Manager Klaus Allofs dennoch Chancen für sein Team.

Gipfel der Neureichen und spanisches Duell

Ähnlich ist die Ausgangslage wohl bei Benfica Lissabon. Als Tabellenführer und mit einer Serie von acht Pflichtspielsiegen im Rücken gehen die Portugiesen zwar selbstbewusst ins Viertelfinale, gegen den FC Bayern steht der Rekordmeister jedoch als klarer Außenseiter da. Im Hinspiel am Dienstag glauben laut Interwetten gerade einmal 0,6 Prozent der Kunden an einen Sieg für Benfica. Kein Wunder, untermauerten die Bayern doch besonders bei der außergewöhnlichen Aufholjagd gegen Juventus Turin eine Runde zuvor ihre Titelambitionen.

Die hegen auch die beiden neureichen Klubs aus Paris und Manchester schon seit Jahren. Am Mittwoch treffen PSG und City nun direkt aufeinander. Hinsichtlich der Marktwerte überflügeln die Engländer mit knapp 500 Millionen Euro das 415 Millionen Euro schwere Team von Zlatan Ibrahimović zwar deutlich. Experten als auch Wettfans sehen allerdings PSG vorn. Über 95 Prozent rechnen mit einem Erfolg des bereits gekrönten französischen Meisters. Auch, weil Manchester City in der heimischen Premier League lediglich auf Platz vier liegt.

In Barcelona treffen derweil Barça und Atlético Madrid zum fünften spanischen K.O.-Duell in den letzten sechs Jahren aufeinander. Schon 2014 hatten sich die beiden Teams gegenüber gestanden, damals setzten sich die Madrilenen knapp durch. Trotz der Niederlage im Clásico gilt diesmal jedoch der FC Barcelona als klarer Favorit. Ein Sieg würde die Katalanen übrigens nicht nur dem Halbfinale, sondern auch der historischen Titelverteidigung wieder einen Schritt näher bringen.

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