70 Minuten reichen im Pokal nicht

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – „Mal sehen, wer die Nummer eins in Rhein-Main ist“, hatte Michael Skibbe wenige Minuten vor dem Anpfiff des Pokal-Derbys geunkt.

70 Minuten lang gab es vor 24.500 Zuschauern auf dem Bieberer Berg keine Nummer eins, dann sorgte die Frankfurter Eintracht für klare Verhältnisse und bescherte ihrem neuen Trainer einen Einstand nach Maß. 3:0 gewann die Eintracht das Pokal-Derby gegen die Offenbacher Kickers. Die Kickers wehrten sich solange die Kräfte reichten. In der ersten Halbzeit waren sie nahezu gleichwertig, doch nach der Pause hatten sie nichts mehr zu bestellen.

Hans-Jürgen Boysen hatte sich als taktische Finesse eine Manndeckung für den Brasilianer Caio ausgedacht. Der 19-jährige Nils Teixeira verfolgte den Eintracht-Spielmacher über das ganze Feld. Die Kickers nutzten die Überraschung und Unordnung im Eintracht-Mittelfeld und dominierten in der Anfangsphase. Mirnes Mesic setzte sich einige Male gut in Szene und scheiterte in der 11. Minute mit einem 16m-Schuss an Nikolov. Die beste Kickers-Möglichkeit bot sich Mounir Chaftar, der aus 14 Metern schießen konnte, aber wieder einmal nicht entschlossen genug auftrat und nur einen harmlosen Roller zustande brachte, so dass Nikolov keine Mühe hatte (27.). Es war das Aufbruchzeichen für die Eintracht, die ab der 30. Minute besser ins Spiel fand. Aber bis auf einen Schuss von Meier, den Wulnikowski hielt (38.), war zunächst nur Harmlosigkeit angesagt.

Konnten die Kickers in der ersten Halbzeit mithalten, hatten sie nach der Pause nichts mehr entgegenzusetzen. Die Eintracht steigerte sich enorm, erhöhte Tempo und Druck. Es schien, als hätte die Eintracht den Turbo gezündet, während bei den Kickers im dritten Spiel in acht Tagen die Beine schwer wurden. Im Minutentakt verpasste die Eintracht die Führung. Teber (48./vorbei), Amanatidis (50./Wulnikowski-Reflex), Köhler (51.) und Meier (53.) scheiterten nur ganz knapp. Die Kickers befreiten sich nur kurzzeitig vom Druck, mussten nach zwei vergebenen Möglichkeiten von Mesic (59.) und Laux (61.) wieder Schwerstarbeit in der Defensive leisten.

Die Schwächen auf der linken Abwehrseite, wo Schutzbach mehrfach überlaufen wurde, wollte Boysen mit einem Wechsel beheben. Teixeira nach links, Christian Pospischil gegen Caio. Ein Fehlgriff, die Umstellungen funktionierten gar nicht. Beim 0:1 ließ Teixeira Caio unbehelligt flanken, Schwegler durfte völlig unbehelligt volley aus 14 Metern einnetzen (71.). Jetzt brach die Mannschaft zusammen, die Ordnung ging völlig verloren. Wulnikowski konnte eine Hereingabe von Amanatidis nur abklatschen und Caio war schneller am Ball als Pospischil – 0:2 (75.)

Das Spiel war entschieden, denn die Kickers waren in der Offensive zu harmlos. Eintracht-Trainer Skibbe hatte seine Abwehr glänzend auf Stefan Zinnow eingestellt, so dass die einzige OFC-Option kalt gestellt war. Aus dem Mittelfeld fehlten Torgefährlichkeit und Durchschlagskraft. Das dritte Frankfurter Tor von Alexander Meier war dann noch eine Zugabe für die rund 6 000 Eintracht-Fans unter den 24.500 Zuschauern. So konnte Skibbe nach dem Derby beruhigt feststellen: „Für uns ist wichtig, dass wir die Nummer 1 im Rhein-Main-Gebiet sind.“

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