„Wir setzen auf Heimvorteil“

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – Was soll schon herauskommen, wenn eine Frankfurter Fußballerin, die in Offenbach wohnt, in den Lostopf greift? Das OFF-Derby. Ex-Nationalspielerin Renate Lingor hatte ein glückliches Händchen, als sie die Spiele der 1. Runde im DFB-Pokal ausloste. Erst Kickers Offenbach aus dem „Amateur-Topf“, dann aus dem „Profi-Topf“ Eintracht Frankfurt.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach witzelte: „Wir haben uns beim DFB wochenlang Gedanken gemacht, was wir beiden Vereinen zum 50. Jahrestag des Finales schenken können.“

Zum vierten Mal kommt es im DFB-Pokal zum großen Main-Derby. Nach einem Viertelfinalsieg 1970 (3:0 in Frankfurt) haben die Offenbacher die letzten beiden Spiele 2003 (4:5 nach Elfmeterschießen und 2007 (0:3) auf dem Bieberer Berg verloren.

„Das ist eine riesige Herausforderung für unsere Mannschaft. Das wird ein Fußballfest für die gesamte Rhein-Main-Region und sicherlich ein hochspannender Pokalabend“, so OFC-Sportmanager Andreas Möller., einst in Diensten der Eintracht, wie sieben Offenbacher Spieler und der Co-Trainer Steffen Menze.

„Wir freuen uns alle sehr auf dieses prestigeträchtige Derby“, sagte Trainer Hans-Jürgen Boysen. Bedenken, die Konzentration auf den Saisonstart in der 3. Liga könnte durch das Derby abgelenkt werden, teilt Boysen nicht. „Wir werden positive Energie aus diesem Spiel ziehen.“ Die ist auch nötig, denn in der Woche vor dem Pokalspiel startet die 3. Liga gleich mit einem Doppelspieltag am Samstag/Sonntag und Dienstag/Mittwoch.

Ausgetragen wird die erste Runde am Wochenende 31. Juli – 3. August. Der genaue Spieltermin steht noch nicht fest, wird in Absprache mit den Fernsehsendern festgelegt. ARD oder ZDF werden eine Partie live zeigen. Das kann eigentlich nur das Main-Derby sein. Für Andreas Köpke, den Torwart-Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, ist es „das Highlight der ersten Runde“. Zumal Bayern München, das sonst immer übertragen wurde, beim sechstklassigen Neckarelz antritt. Als Spieltermin in Offenbach böte sich Sonntagabend, 20.30 Uhr, an.

Ein Wechsel in die WM-Arena nach Frankfurt ist unwahrscheinlich. Der Tausch des Heimrechts ist nicht erlaubt. Der DFB hat aus diesem Grund 2007 einen Antrag von Wacker Burghausen, das Pokalspiel gegen Bayern München in der Allianz-Arena auszutragen, abgelehnt. Zudem gibt es in der Frankfurter WM-Arena Terminprobleme. Denn am Pokalwochende ist die WM-Arena durch Veranstaltungen mit dem Dalai Lama blockiert. Selbst für Montagabend wäre die Zeit für die nötigen Umbauten zu kurz.

„Wir setzen auf unseren Heimvorteil“, verschwendet Boysen keinen Gedanken an ein Spiel in Frankfurt. „Natürlich sind wir krasser Außenseiter, aber auf dem Bieberer Berg werden wir versuchen, unsere Chance zu nutzen.“ Mittelfeldspieler Stefan Zinnow ist überzeugt: „Nur dort haben wir vor ausverkauftem Haus eine Chance, weiterzukommen.“

Beim letzten Main-Derby hatten Polizei und Sicherheitsbehörden 24000 Zuschauer im Stadion in Offenbach zugelassen. Mit dieser Zahl dürfte auch diesmal zu rechnen sein, das Spiel wird ausverkauft sein. Über Ticketvergabe, Vorverkauf und weitere Modalitäten werden die Kickers-Verantwortlichen heute Vormittag beraten.

Mit Sicherheit werden die Kickers wieder eine Koppelaktion mit Dauerkarten starten. Ähnlich wie 2007, als die Käufer von Rückrunden-Dauerkarten jeweils zwei Tickets für das Derby bestellen konnten und damals sogar viele Eintracht-Fans Kickers-Dauerkarten kauften, um das Main-Derby live im Stadion erleben zu können.

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