Remiskönige unter sich – 1:1

Aus der Offenbach Post:
München – (bre) Mit einem 1:1 beim FC Bayern München haben die Offenbacher Kickers ihren siebten Platz in der 3. Liga gehalten. Mit dem 16. Unentschieden in dieser Saison hat der OFC auch zwei Serien fortgesetzt.

Zum einen war es das achte sieglose Spiel in Folge, der letzte Dreier gelang am 7. April mit einem 1:0 gegen die Stuttgarter Kickers. Gleichzeitig war es das fünfte Unentschieden (3:3 Tore) hintereinander.

Für Hans-Jürgen Boysen ist „Platz sieben ein versöhnlicher Abschluss der Punktrunde“. Der Kickers-Trainer konnte mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein. Jetzt gilt es, die letzten Kräfte für das Hessenpokalfinale am Mittwoch (18.00 Uhr, Bieberer Berg) gegen Darmstadt zu mobilisieren.

Boysen musste seine Mannschaft auf vier Positionen umstellen. Für die verletzten Haas, Türker, Brighache und Zinnow rückten Michael Kokocinski, Ugur Albayrak, Maik Schutzbach und Matthias Morys in die Startelf. Erneut hatte sich Boysen für ein 4-4-2-System mit zwei Spitzen und zwei defensiven Mittelfeldspielern entschieden.

Die Offenbacher Taktik, aus einer verstärkten Defensive zu kontern, war schon nach elf Minuten hinfällig, als Ekici die „kleinen“ Bayern in Führung brachte. Vollkommen unbedrängt schoss Ekici aus 25 Metern platziert ins linke untere Eck. „Ich hab den Ball zu spät gesehen, weil ein Spieler den Schuss verdeckt hat, ärgerlich“, haderte Schlussmann Robert Wulnikowski, der zwei Minuten nach dem 1:0 Glück hatte, als Schürf die Latte des Kickersgehäuses traf.

Doch die Kickers fanden nun besser ins Spiel und markierten durch Ugur Albayrak den Ausgleich (18. Minute). Große Freude bei den 250 mitgereisten Kickers-Fans im Auswärtsblock, in dem auch Vizepräsident Thomas Kalt die erste Halbzeit verfolgte. Nach einem langen Pass von Schutzbach stand der 21-jährige Albayrak frei vor Keeper Riedmüller und schob den Ball ins lange Eck ein.

Das Spiel wurde zunehmend unterhaltsamer, beide Mannschaften suchten den Abschluss. Der technisch beschlagende Bayern-Nachwuchs setzte auf schnelles Kombinationsspiel und auf Schüsse aus der zweiten Reihe. Der OFC versuchte durch einen geordneten Spielaufbau zu Torchancen zu gelangen. Im Vergleich zu den letzten Spielen gelang es ihnen deutlich besser. Morys (31.) und Albayrak (35.) hätten für die Führung sorgen können, scheiterten aber jeweils aus kurzer Distanz am guten Schlussmann der Bayern.

Nach dem Seitenwechsel nahm Boysen Heitmeier aus dem Spiel, der durch katastrophalen Fehler seine Mitspieler nicht nur einmal in arge Bedrängnis brachte. Boysen zeigte aber Verständnis für den über die ganze Saison gut spielenden Innenverteidiger. „Er hat heute nie den Rhythmus gefunden und machte sich nach seinen ersten Fehler zu viele Gedanken. Nach so einer langen Saison muss man ihm auch mal eine Auszeit zugestehen“.

Die zweite Halbzeit war zwar nicht mehr so temporeich, doch Langweile kam bei den 800 Zuschauern im traditionsreichen Stadion an der Grünwalderstraße nicht auf. Die Kickers-Abwehr um Kapitän Hysky stand gut, ließ nur wenig Chancen für den Bayern-Nachwuchs zu. Die beste Chance hatte der OFC. Nach einem Foul an Mesic zirkelte Maik Schutzbach den Freistoß aus 18 Metern flach um die Mauer ins lange Eck, doch der Ball traf nur den Pfosten (65.). In einer ereignisreichen Schlussphase hätten beide Mannschaften den Siegtreffer erzielen können. In der 87. Minute wurde Albayrak bei seinem Sololauf allein vor dem Torwart von Rohracker gestoppt. Der gute Schiedrichter Markus Kuhl wertete dies Aktion nicht als Foul. Kurz danach traf Rohracker mit seinem Schuss nur den Pfosten.

Bayern-Interimstrainer Mehmet Scholl, der wohl auch in der nächsten Saison die U23 trainieren wird, hatte es nach dem Spiel sehr eilig. „Wir können besser spielen“, rief er den Journalisten zu und enteilte hastig Richtung Allianz-Arena zum Bundesligafinale. Kickers-Trainer Boysen war mit seiner Mannschaft zufrieden: „Es war ein komisches Spiel, da beide Mannschaften viele Chancen hatten. Das Unentschieden ist daher in Ordnung.“ Ein Ergebnis, das man erahnen konnte. Schließlich trafen die Remiskönige der Liga aufeinander. Für die Kickers war es das 16. für die Bayern das 17. Unentschieden.

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