Angriff trotz Einsparungen

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – (joko) Mit der zweiten Heimniederlage ist für die Kickers nicht nur Platz drei außer Reichweite. Bei sieben Punkten Rückstand ist auch Platz vier – und damit die Qualifikation für den DFB-Pokal – kaum noch zu realisieren. Es sei denn, die Kickers gewinnen am Samstag beim Tabellenvierten in Unterhaching.

Die Einnahmen aus dem DFB-Pokal (in der ersten Runde 100 000 Euro) sind aber für den OFC immens wichtig. Denn obwohl der kalkulierte Zuschauerschnitt (7000) um fast zehn Prozent (7667) übertroffen wurde, klafft im Etat eine Lücke, weil zugesagte Sponsorengelder nicht gezahlt wurden. „Die Wirtschaftskrise zeigt auch am Bieberer Berg erste Auswirkungen“, macht sich Vizepräsident Thomas Kalt „natürlich Sorgen für die nahe Zukunft“ und kündigte für die neue Spielzeit „weitere, moderate Einsparungen“ an. Dennoch will Kalt einen „kontrollierten Angriff“ auf die 2. Liga starten.

Ein schwieriges Unterfangen. Ohne Verstärkungen wird das kaum gelingen. Die Bilanz gegen die Spitzenteams zeigt, dass die Kickers noch nicht reif für den Angriff sind. Gegen die Klubs auf den ersten sieben Plätzen gab es in neun Spielen nur einen Sieg. Es wäre fahrlässig, darauf zu hoffen, dass mit der Rückkehr der verletzten Benjamin Baier und Tufan Tosunoglu (beide Kreuzband-riss) das Vakuum in der Kreativzentrale gefüllt wird. Die Kickers müssen, wenn sie nächste Saison ernsthaft angreifen wollen, die Qualität im Kader nochmals erhöhen.

Insbesondere in der Offensive. Mit 37 Treffern haben die Kickers den schwächsten Angriff der Top-ten-Teams. Schwachstellen sind die linke Seite, wo Morys und Chaftar bisher die Erwartungen, die sie als Bundesligaspieler geweckt haben, noch nicht erfüllt haben, und die Position des Spielmachers. Sebastian Becker kann seine Qualitäten im Spiel zu selten einbringen. Und es fehlt der „Knipser“. Auf einem guten Weg war Tosunoglu, doch der mit neun Treffern erfolgreichste Torschütze humpelt nach seiner Knieoperation derzeit an Krücken und fällt noch einige Monate aus.

Neben der Suche nach Verstärkungen muss Sportmanager Andreas Möller auch Vertragsverlängerungen vorantreiben. Martin Hysky will „gerne bleiben“. Es gab auch Gespräche, doch der Verein signalisierte dem Kapitän, dass man noch Zeit benötige. Das heißt, schafft der OFC über den Hessenpokal (Viertelfinale gegen Gruppenligist Bleidenbach) den Einzug in den DFB-Pokal, wird man mit Hysky verlängern.

Bleiben soll auch der von 1899 Hoffenheim ausgeliehene Steffen Haas. Möller hat von Hoffenheim die Zusage, dass Haas eine weitere Saison ausgeliehen wird. „Jetzt liegt die Entscheidung beim Spieler“, sagt Möller. Doch der Berater von Haas, Ex-Nationalspieler Karl-Heinz Förster, tendiert dazu, ein Angebot aus der 2. Liga anzunehmen. Besonders der FSV Frankfurt soll sich intensiv um den 21-Jährigen bemühen. Bei einem Wechsel zum FSV wäre ein Tauschgeschäft und die Rückkehr von Ex-OFC-Spieler Angelo Barletta, Ersatz beim FSV und Dauergast bei OFC-Heimspielen, denkbar.

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