Den „Big Point“ nicht gemacht

Aus der Offenbach Post:
Burghausen Die Offenbacher Kickers warten in der 3. Liga weiter auf den zweiten Auswärtssieg. Im Nachholspiel bei Wacker Burghausen kam die Mannschaft von Trainer Hans-Jürgen Boysen nur zu einem 0:0-Unentschieden und verpasste damit die Chance, den Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz drei auf sieben Punkten zu verkürzen. „Wenn wir oben mitmischen wollen, hätten wir in Burghausen einen ‘Big Point’ setzen müssen“, trauerte OFC-Sportmanager Andreas Möller der vergebenen Chance hinterher, doch noch einmal an die oberen Plätze heranzuschnuppern.

Während Burghausens Trainer Günter Güttler „sehr zufrieden“ war und von einem „Punktgewinn“ sprach, waren sich die Verantwortlichen des OFC einig, dass sie zwei Punkte verloren hatten. „Wir waren nicht hierher gefahren, um 0:0 zu spielen“, sagte Boysen. „Unsere Spielanlage hat gestimmt, die Abwehr hat gut gestanden, und das Kombinationsspiel war in Ordnung – aber nicht bis zum Ende. Nicht bis dahin, wo die Spiele entschieden werden.“

Dabei gab es durchaus „drei hochkarätige Situationen“, so Boysen. „Der letzte Pass hat aber nicht gestimmt. Erfahrene Mannschaften nutzen solche Chancen.“

Boysen ließ sein Team wie erwartet im zuletzt bewährten 4-2-3-1-System auflaufen und nahm im Vergleich zum 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig nur eine personelle Änderung vor. So rückte Christian Fröhlich anstelle von Matthias Morys in die Startelf und übernahm die Position im zentralen offensiven Mittelfeld. Tufan Tosunoglu rückte dafür auf die linke Seite. Und der 20-jährige Türke hatte auch die ersten beiden Chancen der Begegnung, scheiterte aber jeweils an Wacker-Torhüter Manuel Riemann (1./17.).

In der 33. Minute dann eine Schrecksekunde für den bis dahin klar überlegenen OFC, als sich Josef Lastuvka gegen Mounir Chaftar durchsetzte und auf Thomas Kurz passte, der mit der Hacke aber knapp vorbei zielte. Die Kickers wirkten vor der für Drittliga-Verhältnisse mageren Kulisse von 2 100 Zuschauern auch in der Folgezeit zielstrebiger, kombinierten auf dem tiefen Boden auch recht gefällig, am Strafraum der Gastgeber war aber zumeist Endstation.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an den Kräfteverhältnissen nichts: Die Kickers hatten weiter die klar größeren Spielanteile, waren aber nicht zwingend genug, so dass Boysen bereits nach einer knappen Stunde einen Doppelwechsel vornahm: Christian Fröhlich und das als einzige Sturmspitze völlig abgemeldete Geburtstagskind Suat Türker (wurde gestern 33 Jahre alt) machten Platz für Matthias Morys und Sebastian Becker.

Doch anstelle von Offenbacher Chancen gab es erst einmal zwei Möglichkeiten für Burghausen, weil sich die bis dahin souveränen Innenverteidiger Marc Heitmeier und Martin Hysky innerhalb weniger Minuten zwei unnötige Ballverluste in Strafraumnähe leisteten.

In der Schlussphase waren die Gastgeber dem 1:0 sogar etwas näher als der OFC, aber der ansonsten kaum geprüfte Torwart Robert Wulnikowski rettete den Kickers in der 86. Minute mit einer Glanzparade zumindest den einen Punkt.

„Es ist mir nicht entgangen, dass auch der Gegner einige Chancen hatte“, sagte Boysen. „Wenn man in der Ferne aber so viel investiert, kann man am Ende nicht mit einem Unentschieden zufrieden sein.“

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