Mehr Zuschauer als 2006, aber weniger als geplant

Aus der Offenbach Post:

OFC-Saisonbilanz: Beste Kulisse gegen Köln: 18100 / 14 Mal auf Abstiegsplatz

Von Holger A p p e l

Offenbach – Sie haben schwach angefangen, einen famosen Zwischenspurt hingelegt und sich dann trotz einer katastrophalen Rückrunde gerade so ins Ziel gerettet. Mit Ach und Krach. Mit nur 36 Punkten und einem Torverhältnis von 42:59 schafften die Offenbacher Kickers am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga durch das 1:1 gegen Eintracht Braunschweig den Klassenerhalt. Dynamo Dresden war in der letzten Spielzeit noch mit 41 Zählern abgestiegen. Kickers-Trainer Wolfgang Frank setzte insgesamt 26 Spieler ein – in der vergangenen Saison waren er und sein Vorgänger Hans-Jürgen Boysen mit 24 Akteuren ausgekommen.

SERIEN

Die Kickers verspielten am ersten Spieltag beim 2:2 gegen Aufsteiger Carl-Zeiss Jena leichtfertig eine 2:0-Führung. Das zeigte Wirkung. Sie verloren anschließend in München (0:3), gegen Karlsruhe (0:1) und in Paderborn (1:2). Erst am siebten Spieltag gelang gegen Essen der erste Saisonsieg (1:0). Am neunten Spieltag schlugen sie Aue (3:1), ehe erneut vier sieglose Spiele folgten. In Freiburg begann ganz unerwartet der Aufschwung der Kickers. Sie gewannen 3:1 – der Auftakt von sechs Siegen in Folge. Doch mit einem unglücklichen Elfmeter in der Nachspielzeit, der die 1:2-Niederlage beim Tabellenführer Karlsruhes bedeutete, begann am dritten Rückrundenspieltag die Negativserie der Kickers. Sie holten aus 14 Spielen nur acht Punkte, feierten dabei nur noch einen Sieg (2:1 gegen Wacker Burghausen) und hielten dennoch die Liga.

PLATZIERUNGEN

Die Kickers standen an 14 der 34 Spieltage auf einem Abstiegsplatz. Dort setzten sie sich gleich zu Saisonbeginn fest, kletterten mit ihren sechs Siegen in Folge Ende Januar bis auf Platz sechs. Am vorletzten Spieltag rutschten sie ab auf den Abstiegsplatz 15, den sie durch das 1:1 gegen Braunschweig in letzter Minute wieder verließen.

ZUSCHAUER

Die Kickers haben zwar bei der Zuschauerzahl ihren Vorjahresschnitt (Vorjahr: 10 214) verbessert, aber den vor der Saison angestrebten Schnitt von 12 000 haben sie mit 11 098 verpasst. In der Zuschauertabelle der 2. Liga liegen sie damit auf Platz elf. Spitzenreiter ist der 1. FC Köln mit 39 928 Besuchern pro Partie. Gegen Köln hatten die Kickers mit 18 100 Zuschauern die beste Kulisse. Nur 9 128 Fans wollten an einem Mittwochabend das 0:0 gegen Duisburg sehen – das war der Minusrekord. Das große Problem der Kickers: Der Durchschnittspreis pro Karte liegt in Offenbach viel niedriger als in anderen Stadien. Der Bieberer Berg ist nunmal stehplatzlastig (6500 Sitzplätze bei einer Kapazität von 26 500). Außerdem gibt es nur 40 so genannte Businesssitze.

HEIMBILANZ

In den 17 Heimspielen sammelten die Kickers 22 Punkte (6 Siege/5 Unentschieden/6 Niederlagen – Torverhältnis 23:22). Damit belegen sie Platz 14. Die klarsten Siege gelangen gegen Aue (3:1) und Köln (2:0), die deutlichste Niederlagen kassierten sie gegen Paderborn (0:2).

AUSWÄRTSBILANZ

Auch in der Fremde belegen die Offenbacher mit 13 Punkten Platz 14 (3/4/10 – 19:37). Gewonnen haben sie nur in Freiburg (3:1), in Braunschweig (2:1) und in Jena (3:2). Die höchsten Niederlagen kassierten sie in Duisburg und in Kaiserslautern (jeweils 0:4).

TORE

Stürmer Suat Türker war die Lebensgarantie der Kickers. Er erzielte in 34 Saisonspielen 14 Tore, belegt den vierten Platz in der Torjägerliste der 2. Liga. Türker ist der einzige Stürmer aus den Top-10, der der 2. Liga erhalten bleibt. Zweitbester Schütze der Kickers war Mittelfeldspieler Stephan Sieger (7/darunter 3 Elfmeter). Mit Abstand bester Vorbereiter war wieder einmal – wie schon seit vier Jahren – Thorsten Judt, der zehn der 42 Saisontore mit Flanken, Freistößen oder Eckbällen einleitete.

PLATZVERWEISE UND GELBE KARTEN

Die Kickers kassierten eine Rote Karte, zwei Gelb-Rote und 62 Gelbe Karten. Bemerkenswert: Alle drei Platzverweise gab es für Rüdiger Rehm. Der linke Außenverteidiger kassierte zudem sechs Gelbe Karten, ebenso wie Mittelfeldspieler Thomas Wörle und Verteidiger Matej Miljatovic. Die fairste Mannschaft der Liga war der FC Augsburg (einmal Gelb-Rot, 62 Gelbe Karten).

Lesen Sie morgen: Die Saisonbilanz der 26 eingesetzten Spieler. Von den Feldspielern hat ein Mittelfeldakteur den besten Notenschnitt.

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