Duisburger freuen sich – Toreschießen war selten leichter

Hurra, Offenbach ist da! So oder so ähnlich musste es im Sprachzentrum des Duisburgers Kurth ausgesehen haben, nachdem er das dritte Ostergeschenk unserer Kicker hinter Thier im Netz versteckt hatte.

Wann endlich hört die Offenbacher Geschenke-Tour auf? Oder ist das etwa eine Abschieds-Tournee?

Beim ersten Gegentor hätte man gnädigerweise noch sagen können: Ok, die Abseitsfalle ging nach hinten los, jetzt reißt euch mal zusammen da hinten, dann können wir noch nen Punkt mitnehmen.

Beim zweiten Tor war das aber schon wieder ganz anders: Für mich war das mal wieder ein typisches Kickers-Geschenk. Eigentlich war der Ball an der Strafraumgrenze ja schon in unserem Besitz. Aber statt eines sicheren Zuspiels oder wenigstens eines Befreiungsschlages, folgt ein leichfertiges Ballgeschiebe über drei Meter zum nächstbesten der in rotem Trikot da herumsteht, den Ball dann an die willigeren Gastgeber (namentlich mal wieder Kurth) verliert, der dann in gekonnter Weise abzieht und die Kugel im oberen (ich glaube linken) Eck versenkt. Schönes Tor! Aber es hätte nie entstehen dürfen.

Nach durchaus passablem Beginn unserer Jungs in der zweiten Hälfte, nahmen sie sich in der 60. Minute jäh alle Hoffnungen noch etwas reißen zu können. Nach einer wundervollen Kopfball-Verlängerungsstaffette unserer “Abwehr” nach Duisburger Einwurf, fiel der Ball in aussichtsreicher Position vor Kurths Füße, der Thier ohne langes Zögern wieder überwand.
In so einem Moment weiß ich einfach nicht mehr, was ich denken soll, ob ich fluchen oder heulen soll. Es bringt ja alles nix, denke ich mir dann, warum soll ich mich aufregen…

Nach diesem dritten Osterei war natürlich alles gelaufen. Eine halbe Stunde lang durfen wir uns noch die freundlichen Angriffsbemühungen der Rotweißen Anschauen, die nie wirklich gefährlich oder überzeugend nach vorne spielen konnten. Eine Handvoll Möglichkeiten hatten wir zwar, aber es blieben halt Möglichkeiten. Mit der derzeitigen Leistung unserer Hintermannschaft gewinnt man einfach keinen Blumentopf. Das vierte Gegentor war dann noch ein Sonntagsschuss in letzter Sekunde.

Die Kunst der Verdrängung

Aber wir wären keine Offenbacher, wenn wir das letzte Spiel nicht schnell verdrängen und nach vorne schauen könnten. Nach vorne heißt: Burghausen. Schaut man in die Tabelle, ist das ein Sechspunktespiel und äußerst wichtiges Abstiegsduell. Ein Sieg würde uns einen Abstand von sechs Punkten auf Burghausen bringen.
Wenn wir wieder in der Weise der letzten Wochen Geschenke verteilen und nur halbherzig auftreten, sehe ich schon eine Eskalation vor meinem inneren Auge (Wütende, bierbäuchige Offenbacher schwingen sich mit letzter Kraft über die Absperrung und laufen mit hochrotem Kopf und Schaum vorm Mund über den Platz, um unseren Jungs den Siegeswillen eigenhändig einbläuen zu wollen, bis sie dann in ihrer Hast auf dem Rasen ausrutschen und die Hose platzt. Nein, sowas will ich nicht sehen!).

Deshalb muss am nächsten Sonntag endlich wieder mal Gras gefressen werden! Da muss bis zum Kotzen gerannt werden, da muss Biss, da muss Feuer her! Und wenn das die Mannschaft nicht auf Anhieb schafft, muss das eben von den Rängen kommen, damit uns allen klar wird: Es geht für uns um alles!

Nicht dass es am Ende heißt: “Huch, sind wir schon abgestiegen? Hat gar nicht weh getan…”

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