Unbezwingbar und enttäuscht

Aus der Offenbach Post:
Kiel ‐ Erfolgreich, aber nicht erfolgreich genug. Die Offenbacher Kickers sind seit fünf Spielen unbezwingbar, aber sie kommen auch nicht voran. Von Stefan Moritz

Gestern Abend blieb der OFC im fünften Spiel unter dem neuen Trainer Wolfgang Wolf ungeschlagen, doch wie schon nach dem 0:0 gegen Regensburg gab es auch nach dem 0:0 gegen Holstein Kiel nur enttäuschte Gesichter bei den Offenbachern. Ein Punkt beim Tabellenletzten ist zu wenig im Aufstiegskampf. Die Kickers haben bei keinem der drei Klubs auf den Abstiegsplätzen gewinnen können: 1:1 in Wuppertal, 3:3 in Wehen Wiesbaden und nun 0:0 in Kiel. Spitzenreiter Osnabrück gewann gestern bei Werder Bremen, liegt sechs Punkte vor dem OFC.

Der OFC hat sich durch den Punkt um einen Rang verbessert, doch der dritte Platz ist trügerisch. Denn die Kickers haben die meisten Spiele (28) aller Aufstiegsaspiranten absolviert, so dass die Klubs bis auf Platz acht mit Siegen in ihren Nachholspielen vorbei ziehen können.

Kickers-Trainer Wolfgang Wolf hatte gegenüber dem 0:0 gegen Regensburg die Startformation auf einer Position geändert: David Ulm begann für Kai Hesse. Die Kieler hatten alle Anstrengungen unternommen, dass die Partie ausgetragen werden konnte, allerdings waren die Bedingungen auf dem Platz katastrophal. Der monatelang gefrorene Rasen war aufgeweicht, wurde immer holpriger, selbst Pässe über kurze Distanzen versprangen unkontrollierbar, so dass kein Kombinationsspiel möglich war. Trotzdem boten beide Mannschaft zunächst ein ansehnliches und vor allem schnelles Spiel, wobei hohe und weite Bälle dominierten. Tormöglichkeiten ergaben sich fast nur nach Standardsituationen oder Fehlern der Abwehrspieler. Steffen Haas und Marko Kopilas konnten zwei Kopfballchancen nicht nutzen. Auf der Gegenseite verhinderte zweimal Robert Wulnikowski mit Fußabwehr gegen Holt und einer guten Reaktion gegen Hummel einen Rückstand.

In der zweiten Halbzeit erhöhten die Kickers das Tempo, ein Punkt war ihnen zu wenig. Die Gäste dominierten das Spiel, erzwangen Eckball um Eckball. Am Ende lautete das Eckenverhältnis 12:1 für Offenbach. Doch wie schon gegen Regensburg waren die Kickers im Strafraum einfach zu harmlos. Die größte Chance des Spiels hatte dann in der 88. Minute Mittelfeldspieler Steffen Haas. Der OFC-Kapitän kam nach einer Ecke am langen Pfosten aber nicht richtig an den Ball und schoss ihn aus kurzer Entfernung vorbei.

Die Kieler versuchten es vor allem mit Konterspiel. Dabei hatte Marko Kopilas Glück, dass er nach seiner neunten gelben Karte kurz vor Schluss nicht noch Gelb-Rot sah, als er Guscinas am Trikot festhielt.

„Es war ein spannendes Spiel auf einem sehr schlechten und schwierigen Platz. Von daher mache ich der Mannschaft heute keinen Vorwurf. Kiel hat die Räume eng und uns das Leben damit sehr schwer gemacht“, bilanzierte Wolfgang Wolf, der erneut mit der Abwehrleistung zufrieden sein konnte. Torwart Robert Wulnikowski ist nun schon seit 518 Minuten ohne Gegentor. Aber die Harmlosigkeit im Sturm entwickelt sich zum großen Manko. Am Samstag müssen die Kickers zum Topspiel in Ingolstadt antreten: Eine Niederlage würde das Aus im Aufstiegskampf bedeuten.

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