„Der Aufstieg geht nur über die Kickers“

Aus der Offenbach Post:
Offenbach ‐ In 55 Tagen ist Schluss. „Wir hören am 8. Mai auf – definitiv.“ Helmut Sandrock, beim DFB für den Spielbetrieb der 3. Liga zuständig, schließt trotz der Terminnot eine Verlängerung der Saison kategorisch aus. Von Jochen Koch

Mittlerweile muss Sandrock noch 38 Nachholspiele zwischen die elf regulären Spieltage unterbringen. Vier Klubs müssen in diesen 55 Tagen nicht weniger als 15 Spiele absolvieren – mindestens. Denn die Platz- und Witterungsverhältnisse fordern weitere Spielausfälle. Zwei Samstagspiele (Burghausen – Jena, Kiel – Dresden) wurden bereits abgesagt.

„Wir spielen auf alle Fälle“, gibt Andreas Möller grünes Licht für das Heimspiel der Offenbacher Kickers am Samstag (14.00 Uhr) gegen Jahn Regensburg. Die Zusatzkosten durch die Rasenheizung könnten die Kickers verschmerzen, wenn die Erfolgsserie von Wolfgang Wolf weiter geht. 3:0, 4:0 lautet seine Heimbilanz, die den Wohlfühlfaktor in der Mannschaft und im Umfeld erheblich gesteigert hat. „Die Stimmung ist natürlich gut. So kann es ruhig weiter gehen“, hofft Wolf auf die Fortsetzung, verlangt dafür aber von seiner Mannschaft bei allem Spaß auch die nötige Ernsthaftigkeit. „Das Spiel gegen Regensburg wird schwerer als gegen Bremen. Auf jeden Fall müssen wir erst die Ärmel hochkrempeln, Aggressivität und Leidenschaft zeigen, dann wird sich auch das Spielerische entwickeln.“

„Es kommt sowieso immer anders“

Für einen erfolgreichen Abschluss könnte viel Geduld nötig sein. „Und wenn es bis zur 88. oder 90. Minute dauert. Diese Liga ist so brutal ausgeglichen. Und je näher es ans Saisonende geht, umso enger werden die Spiele.“ Zugleich warnt Wolf vor Regensburg, das zwar sieben Punkte hinter dem OFC (4./41 Punkte) liegt – aber auch drei Spiele weniger absolviert hat und somit auch noch am OFC vorbei ziehen könnte.

Selten zuvor hatten die Fußball-Weisheiten „Wir denken von Spiel zu Spiel“, „das nächste Spiel ist das schwerste“ so viel Gültigkeit wie momentan. „Was soll ich auf die Tabelle schauen, da tun einem nur die Augen weh. Die ganze Rechnerei bringt doch nichts. Es kommt sowieso immer anders“, will sich Wolf mit Hochrechnungen nicht beschäftigen. Zumindest nicht öffentlich. Doch auch ihm wird nicht entgangen sein, dass die beiden Topklubs schwächeln. Osnabrück (1./45 Punkte) holte aus den letzten drei Spielen nur zwei Punkte, Ingolstadt (3./44) nur einen Zähler. Bis zum Tabellenzehnten Jena (34 Punkte/zwei Spiele weniger) träumen plötzlich alle Klubs von Erfolgsserien in den Nachholspielen und vom Sprung nach ganz oben. Natürlich auch die Kickers, bei denen Wolfgang Wolf nicht nur die Stimmung, sondern auch das Selbstbewusstsein, das Vertrauen in die eigene Stärke verbessert hat. „Alle anderen Vereine müssen wissen, der Aufstieg geht nur über Kickers Offenbach.“

Und Wolf hat keine Zweifel, dass seine Mannschaft die Fähigkeit, die Klasse und den Willen besitzt, mindestens 17 Mannschaften hinter sich zu lassen. „Wenn wir das abrufen, was wir können, dann kommen wir dahin, wo wir hin wollen.“ Und das ist ganz klar die 2. Liga.

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