Kickers nicht super, aber gut

Aus der Offenbach Post:
Offenbach ‐ Als Wolfgang Wolf, Trainer der Offenbacher Kickers, nach dem 4:0 (2:0) gegen den SV Werder Bremen II in die Kabine stapfte, überschüttete ihn ein jubelnder Fan von der Stehtribüne hinter dem Bieberer Tor mit großem Lob. Von Holger Appel

Er rief ihm hinterher: „Trainer – das war echt super.“ Er traf damit aber nicht vollständig die Meinung von Wolf: „Super“, erwiderte der 52 Jahre alte OFC-Trainer, „ist zwar noch etwas anderes. Aber gut war es schon.“

Gut bei den Kickers war vollem die Abwehrarbeit gegen den technisch starken Bremer Bundesliga-Nachwuchs und die Effektivität im Angriff. Die Kickers ließen in den 90 Minuten gerade einmal drei Schüsse auf das eigene Tor zu. In der Offensive nutzten sie von sieben Chancen immerhin vier – eine gute Quote. „Wir standen hinten gut und waren vorn eiskalt“, fasste Alexander Huber, der rechte Verteidiger, den elften Saisonsieg zusammen. „Unsere Chancenverwertung war super, und hinten haben wir fast gar nicht zugelassen. Es ist inzwischen schwer, gegen uns ein Tor zu erzielen. Mit dieser Entwicklung kann man schon sehr zufrieden sein“, ergänzte Linksverteidiger Nils Teixeira und hofft für das nächste Heimspiel am Samstag, 14.00 Uhr, gegen Jahn Regensburg auf den nächsten Sieg ohne Gegentor.

Davon haben die Kickers unter Wolf bereits zwei gefeiert: gegen Wacker Burghausen (3:0) und Bremen II. Hinzu kommt das 0:0 bei Eintracht Braunschweig. Drei Spiele mit zwei Siegen und einem Unentschieden – die Bilanz von Wolf kann sich sehen lassen. Er habe viele gute Dinge gesehen, aber es sei noch „nicht alles Gold, was glänzt“, sagte der Trainer und ging bei seiner Kritik ins Detail. „Wir haben nach dem 2:0 einen Gang herausgenommen, haben uns stellenweise zu sehr zurückgezogen – das hat mir nicht gefallen“, sagte der Trainer. „Wir müssen dem Gegner noch mehr unseren Rhythmus aufdrängen.“ Die harmlosen Bremer wussten ihre zwischenzeitlichen Freiräume aber nicht zu nutzen.

Wolf hatte in der Anfangself zwei Änderungen im Vergleich zum 0:0 in Braunschweig vorgenommen. Für Tom Moosmayer übernahm Christian Fröhlich die linke Außenbahn, Nils Pfingsten-Reddig ersetzte den in den vergangenen Tagen erkälteten David Ulm. Das bedeutete zugleich eine Änderung des Spielsystems. Pfingsten-Reddig spielte neben Kapitän Steffen Haas im defensiven Mittelfeld, der OFC kehrte mit der „Doppel-6“ zurück zum 4-4-2. „Ich habe mit den Änderungen auf das Spiel in Braunschweig reagiert, wo wir in der Offensive nicht so präsent waren“, erklärte Wolf und ergänzte: „Mit den beiden defensiven Mittelfeldspielern haben wir nach hinten kompakter gestanden, die Räume gut eng gemacht und noch vorn einige gute Aktionen initiiert.“

Mit einer defensiveren Grundaufstellung kamen die Kickers also in der Offensive besser zur Geltung. Wie zum Beispiel in der zehnten Minute. Stefan Zinnow passte auf der rechten Außenbahn auf Kai Hesse, der seinen Gegenspieler Sandro Stallbaum abschüttelte und aus spitzem Winkel zum 1:0 traf. Nur zwei Minuten später stockte Steffen Haas auf Vorlage von Mirnes Mesic auf – 2:0. Haas per Kopfball (77.) nach einer Ecke von Nils Teixeira und Nils Pfingsten-Reddig (81.) nach einem – allerdings unfreiwilligen – Doppelpass mit Zinnow sorgten für den 4:0-Endstand.

Die Kickers bleiben damit auf dem vierten Tabellenplatz, die Spitze ist aber enger zusammengerückt. Aufsteiger 1. FC Heidenheim hat das Spitzenspiel gegen den VfL Osnabrück mit 1:0 gewonnen, liegt weiter drei Punkte vor dem OFC. Osnabrück ist nach der siebten Saisonniederlage nur noch vier Zähler vor den Kickers. Der mit den Kickers punktgleiche FC Ingolstadt auf Platz drei hat beim 3:3 gegen Braunschweig eine 3:0-Führung verspielt, will morgen im Nachholspiel in Erfurt aber Boden gutmachen. Erzgebirge Aue kann morgen mit einem Sieg im Nachholspiel bei den Bayern-Amateuren mit den Kickers gleichziehen.

„Wir haben jetzt noch sechs Heimspiele, die wollen wir durchdrücken. Und auswärts werden wir auch noch den einen oder anderen Dreier holen“, glaubt Wolf an die Chance der Kickers, sich bis zum Ende oben zu etablieren. „Die Mannschaft tritt wieder als Mannschaft auf, ist taktisch gut. Wir verteidigen gut und offensiv, die Körpersprache auf dem Platz stimmt wieder, die Ersatzspieler fiebern mit – das ist schon ein guter Anfang“, meinte er.

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