Gesprächsbedarf trotz 3:0-Heimsieg

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – Sie wirkten nach nur einem Punkt aus den vergangenen drei Spielen zeitweise verunsichert, feierten aber dennoch den höchsten Saisonsieg. Und zwar verdient.

Die Offenbacher Kickers gewannen gestern gegen Eintracht Braunschweig mit 3:0 (2:0) und rückten nach dem dritten Saisonsieg auf den fünften Platz vor. Da der DFB die Partie beim SV Werder Bremen II verlegt hat, haben die Kickers nun bis zum 11. September kein Pflichtspiel. Dann treten sie beim Tabellenführer Jahn Regensburg an, der gestern die Bremer 1:0 besiegte.

Auf der Tribüne hatten sich gestern Abend arbeitslose Trainer wie Pawel Dotschew und Christian Hock eingefunden. Immer wieder wurde am Rande der Partie darüber spekuliert, ob Hans-Jürgen Boysen nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidium weiter im Amt bleiben würde. Heute jedenfalls hat das Präsidium der Kickers ein Gespräch mit dem Management und dem Trainer. Das bestätigte Vize-Präsident Thomas Kalt gestern Abend. Man darf gespannt sein.

Boysen hatte seine Anfangself gleich auf drei Positionen verändert. Nils Teixeira rückte für Maik Schutzbach auf die Position links hinten, Christian Pospischil für Nils Pfingsten-Reddig ins defensive Mittelfeld und David Ulm für den angeschlagenen Sebastian Rode auf die 10er-Position. Und der Trainer bewies bei seinen Personalentscheidungen ein gutes Händchen. Teixeira war der solideste Abwehrspieler der Kickers, Ulm glänzte mit vielen guten Szenen im Mittelfeld und Pospischil sogar als Torschütze.

Die Kickers waren – im Gegensatz zum 0:1 in Burghausen – von Anfang an konzentriert bei der Sache. Richtige Torchancen erspielten sie sich aber nicht. Nach einer Viertelstunde kamen die Gäste besser auf, stellten die Räume mit zwei Viererketten zu. Den Kickers fehlte der Esprit, um sie zu knacken. Zu behäbig, zu langsam waren sie im Spielaufbau. Zu selten suchen sie den direkten Weg nach vorn. Die Verunsicherung war ihnen anzumerken. Aber sie fanden zurück ins Spiel und in der 27. Minute erstmals eine Lücke. Suat Türker spielte Ulm frei – Torwart Marian Petkovic parierte.

Zwei Minuten später war der ehemalige Schlussmann des FSV Frankfurt chancenlos. Steffen Haas erkämpfte sich den Ball in halbrechter Position 20 Meter vor dem Tor und schlenzte ihn mit dem linken Fuß ins linke Eck. Ein Klassetor des 21-jährigen Mittelfeldspielers. Sein erster Treffer in dieser Saison. Kurz vor der Pause faustete Petkovic einen 22-Meter-Schuss von Teixeira über die Latte. Der anschließende Eckball landete vor den Füßen von Christian Pospischil. Der zog aus 18 Metern ab – 2:0. Unhaltbar für Petkovic. „Das Tor hat uns die nötige Sicherheit gegeben“, befand Boysen.

In der 50. Minute verpasste Stefan Zinnow die Entscheidung, als er eine Flanke von Marius Laux nicht richtig traf. Braunschweig übernahm das Kommando, kam aber nur selten gefährlich zum Abschluss, obwohl der OFC in der Defensive um Kapitän Martin Hysky verunsichert wirkte. Die Kickers hingegen verstanden es nicht, die sich bietenden Räume zu nutzen. Sie spielten ihre Konterchancen nicht konsequent aus, mussten somit bis zur 78. Minute zittern. Dann setzte sich Zinnow auf der rechten Außenbahn ins Szene. Marius Laux stand nach Zinnows Flanke am langen Pfosten völlig frei, überwand Petkovic per Kopfball – 3:0. „Ein Ergebnis, das sehr erfreulich ist. Wir waren heiß auf diese drei Punkte“, sagte Boysen.

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