Den Kickers drohen unruhige Zeiten

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – Die Lage ist nach drei sieglosen Spielen in der 3. Liga bei den Offenbacher Kickers angespannt. Thomas Kalt, der Vizepräsident, ärgerte sich auch gestern noch mächtig über das 0:1 bei Wacker Burghausen und gab zu, von einer Aussage des Trainers in der anschließenden Pressekonferenz überrascht gewesen zu sein. Von Holger Appel

Konkret: Sie habe ihm nicht gefallen, sagte Kalt und erklärte: „Man sollte mit unserem Kader in der Lage sein, alle Probleme zu bewältigen. Vom Potenzial her gehören wir ganz sicher zu den Top 5 dieser Liga. Wenn wir aber so spielen wie zuletzt, sind unsere Ziele in Gefahr.“ Der Vizepräsident ergänzte, dass „unsere Fans erwarten, dass wir bald in die 2. Liga zurückkehren. Wir wollen nicht zwischen Platz neun und 12 in der 3. Liga herumspielen.“ Und genau auf diesem neunten Platz stehen die Kickers vor dem siebten Spieltag am Mittwoch, 19.00 Uhr, gegen den Tabellensechsten Eintracht Braunschweig. Das ist zu wenig für den OFC. Und das weiß auch Hans-Jürgen Boysen ganz genau.
Fünf Stürmer auf der Gehaltsliste

Der Trainer („Ich habe nie vom Aufstieg geredet“) hatte nach der Niederlage bei Wacker gesagt, die Probleme in der Defensive werde man in den Griff bekommen, „aber wir werden Probleme haben, das Sturmproblem zu lösen“. Ein Blick auf die Angriffsreihe in Burghausen: Suat Türker, bereits nach 45 Minuten ausgewechselt, plagte sich mit Wadenprobleme herum, war ohne Durchschlagskraft. David Ulm und Mirnes Mesic fielen angeschlagen aus, dem für Türker eingewechselten Ugur Albayrak fehlte im Abschluss die nötige Abgebrühtheit. Und Tufan Tosunoglu, vergangene Saison mit neun Toren bester Schütze der Kickers, kämpft nach einem Kreuzbandriss in der Reha um den Anschluss. Er wird den Kickers noch einige Wochen fehlen. „Wenn er aber wieder dabei ist, sind wir vorne gut besetzt“, sagte Kalt und verweist darauf, dass die Kickers „fünf Stürmer auf der Gehaltsliste haben“ bei einem Trainer, „der bevorzugt mit einer Spitze spielt“.
„Wir sind in der Offensive kanpp besetzt“

Boysen wollte seine Worte vom Sonntag auch nicht als Kritik verstanden wissen, dass der OFC keinen weiteren Stürmer (das wäre bis gestern möglich gewesen) verpflichtet hat. Zumindest nicht öffentlich. „Wenn alle Angreifer gesund und fit sind, ist das Problem sehr wohl in den Griff zu bekommen“, versicherte er gestern. Nur waren sie das bisher noch nicht und werden es wohl auch so schnell nicht sein. Der Trainer sagte: „Verletzte Stürmer kann ich nicht gesund reden. Wir sind in der Offensive knapp besetzt. Wer verletzt war, kann keine Topform haben und deshalb gestaltet sich der Abschluss sehr schwierig.“ Bereits drei Mal – mit dem Pokalspiel gegen die Frankfurter Eintracht sogar vier Mal – blieben die Kickers ohne Torerfolg.

Mit dem Ergebnis, dass sie bereits sechs Punkte Rückstand auf die Aufstiegsplätze mit dem SV Sandhausen und Jahn Regensburg aufweisen. Bei weiteren Niederlagen gegen Braunschweig oder am Samstag in Bremen drohen sie frühzeitig den Anschluss zu verlieren. „Jetzt müssen alle Gas geben. Wir werden nur Erfolg haben, wenn wir unser Leistungsvermögen zu 100 Prozent abrufen. Wenn wir nicht vorzeitig unsere Ziele aus den Augen verlieren wollen, müssen wir mit Hochdruck daran arbeiten, dass wir jetzt wieder Siege einfahren“, sagte Kalt.

Boysen sieht seine Mannschaft – trotz der Sturmprobleme – „durchaus in der Lage, unsere Position zu verbessern“. Das sollte sie schleunigst tun – ansonsten drohen unruhige Zeiten bei den Kickers.

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