Nach Höllenqualen auf Rekordjagd

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – Er befindet sich nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung am Samstag bei den Amateuren von Borussia Dortmund (0:0) auf dem Weg der Besserung, will am Mittwoch wieder ins Training einsteigen und am Samstag in der 3. Liga zu Hause gegen Aufsteiger Holstein Kiel ins Tor der Offenbacher Kickers zurückkehren. Von Holger Appel

Wenn alles optimal läuft. „Dann“, sagt Robert Wulnikowski, der 32 Jahre alte Torhüter der Offenbacher Kickers, soll nach dem 0:0 gegen Erzgebirge Aue, dem 2:0 bei Rot-Weiß Erfurt, dem 2:0 gegen Osnabrück und dem 0:0 in Dortmund „hinten auf jeden Fall wieder die Null stehen – egal, wer im Tor steht. Denn jedes zu Null bringt uns weiter und mindestens einen Punkt auf unser Konto. Die Abwehr steht sehr kompakt, ist gut aufeinander abgestimmt, da brennt selten etwas an. Und wenn einmal ein Ball durchkommt, ist der Torhüter ja auch noch da.“

Wenn er (oder sein Stellvertreter Daniel Endres) diese Vorgabe umsetzt und erneut kein Gegentor kassiert, wäre das schon eine famose Serie: Fünf Punktspiele in der 3. Liga und noch immer kein Gegentreffer. Letztmals war das den Kickers in der Saison 2001/2002 in der Regionalliga Süd unter Trainer Ramon Berndroth gelungen. Sie blieben zwischen dem zweiten und siebten Spieltag sogar in sechs Punktspielen ohne Gegentor, ehe Torhüter Cesar Thier am achten Spieltag in Regensburg zwei Mal hinter sich greifen musste (beide Treffer vom späteren Offenbacher Ramazan Yildirim). Dennoch reichte es für die Kickers damals nicht zum Aufstieg.

Großes Kompliment an Stellvertreter Endres

Wulnikowskis zweite Serie ist am Samstag in Dortmund in der Halbzeitpause zu Ende gegangen. Nach 41 Spielen in Folge in der 3. Liga und drei Einsätzen im DFB-Pokal von der ersten bis zur letzten Spielminute musste er erstmals seinen Posten Daniel Endes überlassen. Der 24-Jährige Ur-Offenbacher knüpfte im zweiten Abschnitt mit guten Paraden an die Leistungen von Wulnikowski an, rettete den Kickers den einen Punkt. „Daniel hat seinen Job wirklich sehr, sehr gut gemacht“, lobte Wulnikowski den zweiten Torhüter, der immerhin 16 Spiele in der 2. Liga für die Kickers in seiner Vita stehen hat (und damit nur eins weniger als Wulnikowski für Union Berlin und Rot-Weiß Essen)

„Ich habe wohl bei einer Parade nach etwa 20 Minuten beim Aufprallen auf dem Boden eine komische Bewegung gemacht“, berichtete Wulnikowski gestern von seiner in Dortmund erlittenen Verletzung. Diagnose: „Der vierte Lendenwirbel war draußen, ein Muskel hat zugemacht. Ich habe zwar immer wieder versucht, ihn mit Dehnen zu öffnen, aber in der Pause ging nichts mehr.“ Er bekam zwei Spritzen gegen die Schmerzen, dennoch war die dreistündige Busfahrt zurück nach Offenbach „eine Höllenqual“, wie er erzählt. Inzwischen ist der Wirbel wieder eingerenkt. Seitdem wird er mit Massagen und Wärme behandelt. „Es wird täglich besser. Ich kann wieder gut gehen und mich setzen. Ich bin zuversichtlich, dass ich schnell wieder fit bin“, sagt Wulnikowski und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Als Torwart wäre es zudem nicht schlecht, wenn man sich nach einem Ball werfen kann.“ Das soll bis spätestens Freitag der Fall sein.

Heute, 18.30 Uhr, beim Testspiel gegen eine Dietzenbacher Auswahl im Dietzenbacher Waldstadion kann Daniel Endres Spielpraxis sammeln. Und die Angreifer sich für den Samstag gegen Kiel Selbstvertrauen holen. Damit vorne nicht erneut die Null steht beim OFC.

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