Steht die Null sechs Stunden?

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – (joko) Viereinhalb Stunden ohne Gegentor sind für Torhüter eine Seltenheit. Robert Wulnikowski hat sich fast schon daran gewöhnt. Letzte Saison hat der 32-Jährige es zweimal geschafft, drei Spiele in Folge ohne Gegentor zu überstehen. In dieser Saison ist Wulnikowskis Bilanz makellos. Seit 270 Minuten steht bei Kickers Offenbach die Null.

„Wir haben letzte Saison oft zu Null gespielt. Das soll auch diesmal unsere besondere Stärke sein“, sieht Trainer Hans-Jürgen Boysen in der bisher fast fehlerfreien Abwehrarbeit das Fundament für den Erfolg. „Wir lassen sehr wenige Möglichkeiten für den Gegner zu“, lobt Wulnikowski das gesamte Abwehrverhalten der Mannschaft. Der 32-Jährige könnte am Samstag im Auswärtsspiel bei der U23 von Borussia Dortmund einen neuen persönlichen Rekord aufstellen. Wie jetzt in Offenbach hat er auch mit seinen früheren Klubs Union Berlin und VfR Aalen drei Spiele ohne Gegentor geschafft, aber immer im vierten Spiel hat es dann „geklingelt“. Diesmal soll die Null auch nach 360 Minuten, nach sechs Stunden stehen.

Was Hans-Jürgen Boysen sicher auch erwartet. Denn der Trainer macht keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft klarer Favorit ist. „Nur wenn wir deutlich unter unserer gezeigten Leistung bleiben, holen wir nichts“, nimmt Boysen ab sofort die starke Partie gegen den VfL Osnabrück als Maßstab. Die Mannschaft ist in einer sehr guten Verfassung, die Gefahr von Selbstzufriedenheit sieht Boysen nicht. „Die Kunst ist, sich immer neu motivieren zu können. Und wenn einer versucht auszubrechen, muss man ihm den richtigen Weg weisen.“ Doch davon ist laut Boysen „überhaupt nichts zu spüren“.

Überheblichkeit wäre vor dem Gastspiel in Dortmund auch nicht angebracht. Die junge Borussen-Mannschaft liegt zwar mit nur einem Punkt (0:0 gegen Braunschweig) auf dem vorletzten Platz, doch das spiegelt keineswegs das Leistungsvermögen dieser Mannschaft wieder. „Die Dortmunder haben die typischen Anfangsprobleme einer Amateurmannschaft. Die vielen jungen Talente müssen erst integriert werden“, verweist Boysen auf die zahlreichen Jugendnationalspieler, die aus der U19 nach der deutschen Vizemeisterschaft aufgerückt sind. Zahlreiche Dortmunder U23-Spieler trainieren bei den Profis unter Jürgen Klopp mit. Torwart Höttecke, Kapitän Hünemeier, Tyrala, Kullmann, Großkreutz, sie alle haben auch schon Bundesliga gespielt. Dazu kommt der teuerste Drittliga-Spieler Sven Bender. Für den Mittelfeldspieler hat Dortmund 1,6 Millionen Euro Ablöse an 1860 München gezahlt.

Während Dortmunds Trainer Theo Schneider noch seine Idealformation sucht, ist Boysen nach dem 2:0 gegen Osnabrück fündig geworden. Veränderungen sind nach dieser starken Vorstellung sicher nicht nötig. „Darüber muss ich mir keine Gedanken machen, weder wegen Verletzung noch wegen der Leistung“, wird Boysen an der Startformation nichts ändern. Die übrigen 13 Spieler im Kader müssen nun dieses Niveau erreichen. „Wenn sie Druck von hinten machen, ist das für den Trainer eine ideale Konstellation“, sieht Boysen im Konkurrenzkampf ein perfektes Mittel, das Gesamtniveau der Mannschaft weiter zu erhöhen.

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