Rotation bei der Generalprobe

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – Samstag, Mittwoch, Sonntag – das Auftaktprogramm der Offenbacher Kickers lässt keine Zeit zur Erholung. Nach dem 0:0 im Auftaktspiel gegen Aue steht für den OFC heute Abend (18.30 Uhr) mit der Partie bei Rot-Weiß Erfurt das zweite Punktspiel an – und damit zugleich die Generalprobe für das Pokal-Derby am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt. Von Christian Düncher

Angesichts dieses Auftaktprogramms kündigt OFC-Trainer Hans-Jürgen Boysen für das Duell in Erfurt personelle Änderungen an. „Wir müssen unsere Kräfte einteilen. In der Breite brauchen wir mehr Spieler, die über regelmäßige Spielpraxis verfügen. Gegen Erfurt wird es eine auf mehreren Positionen veränderte Mannschaft geben.“

Zwei Wechsel sind in der Startelf unumgänglich, da Mirnes Mesic (gesperrt) und Christian Fröhlich (verletzt) nicht zur Verfügung stehen. Für das Duo werden Mark Heitmeier und voraussichtlich Ugur Albayrak in den Kader rücken. Albayrak (21) musste zuletzt gegen Aue zuschauen, weil die OFC-Verantwortlichen nicht wussten, ob der Deutsch-Türke unter die vom DFB vorgeschriebene U23-Regel fällt, wonach vier Spieler jünger als 23 Jahre sein müssen. Deshalb wurde vorsichtshalber Simon Pospischil in den Kader genommen. In der Personalie Matthias Morys soll heute eine Entscheidung fallen. Morys wird die Kickers wohl verlassen und zum bulgarischen Erstligisten Burgas wechseln.

In Erfurt soll Suat Türker als einzige Spitze auflaufen, obwohl er nach seiner Verletzungspause „noch nicht in optimaler körperlicher Verfassung ist“, wie Boysen betont. Dennoch überlegt der Trainer, Türker so lange spielen zu lassen „wie die Kräfte reichen“. Als erste Alternative für Fröhlich bietet sich Sebastian Rode (18) an, der gegen Aue eingewechselt wurde und bei seinem dritten Drittligaeinsatz für den OFC gleich zum besten Mann auf dem Platz avancierte. Beinahe wäre dem Blondschopf sogar das Führungstor gelungen, doch Aues Abwehrroutinier Tomasz Kos lenkte Rodes Schuss gerade noch um den Pfosten. Dennoch gab es nach der Partie nur lobende Worte für Rode.

Sebastian Rode – die große Nachwuchshoffnung

„Wir wissen, dass er ein großes Talent ist und wir an ihm noch viel Freude haben werden“, sagte OFC-Vizepräsident Thomas Kalt. „Seine Leistung hat uns nicht überrascht. Er hätte schon vergangene Saison häufiger gespielt. Damals konnte er aber aus schulischen Gründen nicht so oft mit der Mannschaft trainieren.“ Das Problem mit der Schule ist allerdings inzwischen gelöst. Rode, der in Alsbach-Hähnlein wohnt, besucht künftig das Leibniz-Gymnasium in Offenbach und wird teilweise für den OFC freigestellt, was auch seinen Trainer freut.

„Man kann ihn hinstellen, wo man will – er überzeugt. Auch gegen Aue hat er einen richtig guten Job gemacht“, lobt Boysen. Weil Rodes Spiel aber sehr laufintensiv ist und drei Partien innerhalb von acht Tagen für den 18-Jährigen eventuell zu viel sein könnten, will sich der Trainer noch nicht festlegen, ob der Blondschopf gegen Erfurt in der Startelf steht. „Die englische Woche ist für den Jungen schon ein Mammutprogramm“, gibt Boysen zu bedenken. Rode selbst fühlt sich topfit, hat aber „keine Erwartungen“ für heute. „Ich werde einfach abwarten, wie der Trainer entscheidet.“

Boysen, der mit seiner Mannschaft saisonübergreifend jetzt sechsmal in Folge unentschieden gespielt hat, rechnet mit einer engen Partie, spricht aber von einer lösbaren Aufgabe. Obwohl Erfurt ebenso wie der OFC zu dem breiten Feld der Mannschaften gehöre, die oben mitspielen wollen. Vom selbst ernannten Aufstiegsaspiranten OFC könne aber keine Rede sein, meint Boysen und stellt zugleich mit Blick auf einen drohenden Fehlstart klar: „Ich lasse mich nicht so schnell unter Druck setzen und werde erst nach vier, fünf Spielen eine erste Bilanz ziehen.“

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