Boysen sucht noch seine Traumelf

Aus der Offenbach Post:
Offenbach – „Ich habe noch einmal wichtige Aufschlüsse bekommen“, meinte Kickers-Trainer Hans-Jürgen Boysen nach dem 1:1 im letzten Testspiel der Offenbacher gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, ohne aber näher ins Detail zu gehen. Von Jochen Koch

Die noch offenen personellen Fragen will Boysen in der Woche vor dem Auftaktspiel in der 3. Liga gegen Erzgebirge Aue klären. In der Defensive sind die Kickers gut aufgestellt, im Spiel nach vorne aber muss noch viel verbessert werden. Die Analyse:

Tor

An Robert Wulnikowskis Status als klare Nummer eins kann Daniel Endres nicht rütteln. Die Nummer drei, der 17-jährige Maurice Paul, ist nach seinem Wechsel noch bis 1. August gesperrt.

Abwehr

Alexander Huber (rechts) und Kapitän Martin Hysky sind auch in dieser Saison gesetzt. Auf der linken Außenposition hat Maik Schutzbach im letzten Test gegen Kaiserslautern klar besser gespielt als Mounir Chaftar und dürfte den Zweikampf zunächst für sich entschieden haben.

Offen ist die Position des zweiten Innenverteidigers. Marc Heitmeier fällt weiterhin aus. Marko Kopilas ist erst seit zehn Tagen im Training, offenbarte gegen Kaiserslautern noch Abstimmungsprobleme. Nils Teixeira überzeugte in der gesamten Vorbereitung. „Er war einer der auffälligsten Spieler“, lobte Boysen den 19-Jährigen, ließ aber offen, auf welcher Position er den Ex-Leverkusener einplant. „Er wird sicher gute Spiele für Offenbach machen.“

Mittelfeld

Eine starke Leistung lieferte Steffen Haas gegen Kaiserslautern ab. „Mir kommt das 4-2-3-1-System mit zwei Sechsern entgegen. Da stehen wir kompakter im Zentrum und kommen leichter an die Bälle“, sagte Haas. Der 21-Jährige spielt in Boysens 4-2-3-1-System die entscheidende Rolle. Defensiv als Balleroberer, offensiv als Ballverteiler. Wer der zweite Sechser sein wird, ist noch offen. Christian Pospischil (Torschütze gegen Kaiserslautern) und Nils Pfingsten-Reddig konnten nicht restlos überzeugen. Vielleicht die Chance für den 19-jährigen Sebastian Rode. „Er könnte auch als Zehner spielen“, lässt sich Boysen alle Optionen offen.

Die Position des Spielmachers bekleidete Christian Fröhlich. Fleißig, viel unterwegs, aber ohne den nötigen Esprit und Torgefahr. Alternativen – neben Rode – gibt es keine. Benjamin Baier ist noch lange verletzt, Andreas Mayer und Laszlo Kanyuk haben noch keinen Vertrag. Die beiden Außenpositionen sind fest vergeben. Links spielt Neuzugang Marius Laux bisher unauffällig.

Somit ruhen einmal mehr alle Offensiv-Hoffnungen auf Stefan Zinnow. Trotz Trainingsrückstand (er fehlte die ersten zehn Tage wegen Krankheit) war der 28-jährige Rechtsaußen gegen Kaiserslautern wieder Ausgangspunkt aller gefährlichen Angriffe. Die Rechtslastigkeit der Offensive war so frappierend, dass Boysen Zinnow sogar zehn Minuten auf die linke Seite beorderte. „Das ist eine Option. Aber ich bin sicher, dass wir über links noch besser werden.“

Besser werden muss auch David Ulm. Der Neuzugang vom FSV Frankfurt spielte gegen Kaiserslautern nur 15 Minuten, ist derzeit keine Option für die Anfangself und wird es schwer haben, in den 18er-Kader zu kommen.

Angriff

Mirnes Mesic ist als einzige Sturmspitze gesetzt. Allerdings fehlen hier noch Alternativen. Ugur Albayrak (21) braucht noch Entwicklungszeit. Suat Türker (Zehenbruch) kann seit zwei Wochen nicht am Mannschaftstraining teilnehmen, kommt im Auftaktspiel gegen Aue bestenfalls als Einwechselspieler in Frage. Aber so lange der Transfer von Matthias Morys (im Probetraining beim bulgarischen Erstligisten Burgas) nicht perfekt ist, können die Kickers in der Offensive nicht nachlegen.

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