Kickers fehlt die Durchschlagskraft

Aus der Offenbach Post:
0:1 unter irregulären Bedingungen beim Spitzenreiter Union Berlin / Trainer Boysen lobt guten Auftritt nach der Pause

Von Holger Appel

Berlin – Sie haben bei irregulären Bedingungen gegen den Tabellenführer aufopferungsvoll gekämpft, waren in der zweiten Halbzeit teilweise sogar das überlegene Team, vor dem gegnerischen Tor aber zu harmlos. Die Offenbacher Kickers haben gestern Nachmittag bei Union Berlin mit 0:1 (0:1) verloren und bleiben Tabellensechster. Vor dem nächsten Heimspiel am Samstag gegen den Wuppertaler SV Borussia liegen sie 14 Punkte hinter Union und zehn Punkte hinter dem Verfolger SC Paderborn zurück. Auf Relegationsplatz drei (Fortuna Düsseldorf) haben sie acht Punkte Rückstand.

Kickers-Trainer Hans-Jürgen Boysen hatte zunächst die Defensive verstärkt. Er setzte auf ein 4-2-3-1-System, wobei Steffen Haas und Christian Pospischil die Rollen im defensiven Mittelfeld übernahmen. Union setzte die Kickers bei extremen Bedingungen (matschiger Rasen, leichter Schneefall) früh unter Druck. OFC-Torhüter Robert Wulnikowski musste in der zehnten Minute bei einem Freistoß von Torsten Mattuschka erstmals eingreifen. Vier Minuten später klärte er gemeinsam mit Martin Hysky, beim anschließenden Volleyschuss von Mattuschka stand Mounir Chaftar richtig, verhinderte das 1:0 für den Tabellenführer. Das fiel in der 23. Minute – dieses Mal unter Mithilfe von Chaftar. Der Winter-Zugang vom MSV Duisburg verschätzte sich bei einem Pass des ehemaligen Frankfurters Marco Gebhardt, kam bei diesen Bodenverhältnissen hinter dem freigespielten Karim Benyamina nicht mehr hinterher. Torwart Wulnikowski war bei dessen Flachschuss aus zehn Metern chancenlos.

Die Kickers waren bis dahin nicht richtig vor das Tor der überlegenen Berliner vorgedrungen. Im Spiel nach vorne waren sie zu zögerlich, manch gut gemeinter Pass kam nicht an. Ihre erste richtig gute Möglichkeit hatten sie in der 42. Minute. Angreifer Suat Türker legte auf für Pospischil. Dessen Schuss aus zwölf Metern wurde leicht abgefälscht und ging knapp am Tor vorbei. Da wäre Unions Torwart Jan Glinker nicht drangekommen. Die Kickers setzten nach, steigerten sich vor allem über die rechte Seite mit Stefan Zinnow und Alexander Huber. In der Mitte fehlte aber der Abnehmer, da Türker zu sehr auf sich alleine gestellt war.

Boysen reagierte in der Halbzeitpause, ließ danach im offensiveren 4-1-3-2-System agieren. Er wechselte dafür den unauffälligen Sebastian Becker und Christian Pospischil aus. Für sie kamen Christian Fröhlich und Matthias Morys in die Partie, Haas agierte nun als einziger 6er, Tufan Tosunoglu spielte als zweite Spitze neben Türker, Morys übernahm dessen Position im linken Mittelfeld.

Nachdem der Schiedsrichter die Berliner noch einmal zum Stollenwechseln in die Kabine geschickt hatte, kamen die Kickers immer besser auf. Dennoch fehlte im Spiel nach vorne gegen die rustikalen Berliner weiter die Durchschlagskraft. Die beste Chance entstand eher durch Zufall. Einen Freistoß von Fröhlich lenkte Michael Parensen nur knapp am eigenen Tor vorbei. Auf der Gegenseite musste Wulnikowski mehrfach beherzt eingreifen. Seine größte Tat vollbrachte er in der 55. Minute gegen einen Schuss von Mattuschka.

Der eingewechselte Maik Schutzbach prüfte Glinker mit einem beherzten Schuss aus 18 Metern (81.). Ein Mittel, auf das die Kickers zu selten zurückgriffen. In der 83. Minute scheiterte Stefan Zinnow aus spitzem Winkel an Glinker. Union brachte den Sieg über die Zeit.

OFC-Trainer Boysen sagte nach der Partie: “In der Startphase war Union deutlich besser, da sind wir noch mehr Schlittschuh gefahren. Im Verlauf des Spiels haben wir dann vor allem über die rechte Seite unseren Rhythmus gefunden. Nach der Pause haben wir gut gespielt. In der Summe ist Union aber der verdiente Sieger. Schade, denn mit einem Sieg wären wir wunderbar bei der Musik dabei gewesen.”

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