Baier: Tritte in Hintern, die guttun

Aus der Offenbach Post:
Offenbach (joko) – Benjamin Baier hinkt hinterher, zumindest in der Familienrangliste: Vater Jürgen Baier hat 423 Profispiele bestritten, Bruder Daniel immerhin schon 122. Benjamin absolvierte gestern sein 13. Spiel als Profi für die Offenbacher Kickers. Aber seit Samstag ist der 20-Jährige immerhin der schnellste Baier-Torschütze, denn Daniel traf erst im 22. und Vater Jürgen sogar erst im 52. Spiel zum ersten Mal.

“Das Tor war schon ein besonderes Erlebnis”, freute sich Benjamin Baier über seinen Volley-Schuss zum 2:0. Schon das 1:0 von Steffen Haas hatte er mit einer exakten Flanke vorbereitet. Und das mit seinem schwächeren linken Fuß. “Der Trainer hat gesagt, versuch es auch mal mit links. Und was der Trainer sagt, sollte man immer machen”, sagt der gebürtige Aschaffenburger mit dem ihm eigenen verschmitzten Grinsen.

Erst mittags um 12 Uhr hatte Hans-Jürgen Boysen in der Mannschaftssitzung Baier mitgeteilt, dass Baier diesmal den Vorzug vor Sebastian Becker erhalten werde. “Stell dir vor, du hättest ihn nicht aufgestellt”, dachte Boysen spontan bei den beiden Toren. “Benjamin Baier war unser spielentscheidender Mann.”

Zunächst hat sich Baier im Zweikampf mit Becker um die Spielmacherrolle durchgesetzt. Doch zurücklehnen darf er sich nicht. “Konkurrenzkampf belebt das Geschäft. Ich weiß, ich muss jeden Tag, in jedem Training richtig Gas geben. Sonst ist man schnell wieder draußen.” Wobei Benjamin Baier ein Typ schlampiges Genie ist, dem dieser Druck guttut. “Ja, ich glaube, ich brauche manchmal einen Tritt in den Arsch.” Vom Trainer oder vom Vater? “Von beiden”, schmunzelt Baier.

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