“Die Mannschaft versteht langsam, was ich will”

Aus der Frankfurter Rundschau:
VON ANDREAS HUNZINGER

Gestern durften die Profis des Fußball-Zweitligisten Kickers Offenbach erst mal die Beine hochlegen. Trainer Jörn Andersen hatte seinen Spielern frei gegeben. Schließlich waren sie tags zuvor aus dem Trainingslager in Antalya zurückgekehrt. Zweimal täglich zwei Stunden hatten die Kicker des momentanen Tabellenvierzehnten an der türkischen Riviera auf dem Trainingsplatz verbringen müssen, Stabilitäts- und Kraftübungen bildeten ebenso einen Schwerpunkt wie Lauf- und taktische Einheiten. Andersen ist zufrieden mit der zurückliegenden Woche, auch wenn einige seiner Spieler momentan körperlich “im Loch” seien. Aber die harte Arbeit sei wichtig gewesen, “im Abstiegskampf müssen die Spieler Tempo gehen können.”

Deswegen seien ihm auch die Resultate in den Testspielen gegen die Ligakonkurrenten SC Freiburg (1:4) und SV Wehen Wiesbaden (2:0) relativ egal gewesen, so der 44 Jahre alte Norweger. Auch wenn nach den Monaten ohne Sieg ein Erfolgserlebnis wie das gegen Wehen Wiesbaden wichtig für die Moral gewesen sei. Noch wichtiger sind dem ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig die Fortschritte bei der Umsetzung seiner Spielidee – dem schnellen Umschalten von Abwehr auf Angriff. “Die Mannschaft versteht langsam, was ich will”, sagt Andersen.

Der Kickers-Trainer wird nun in den kommenden knapp zwei Wochen bis zum Rückrundenstart am 3. Februar gegen den SC Paderborn die Belastung so dosieren, dass seine Spieler topfit sind. Die verletzten Dino Toppmöller (Bandscheibenvorfall), Daniyel Cimen (Wadenzerrung), Manuel Hornig (drei kleinere Blessuren), Alexander Karrer (Knieprobleme) und Sidney (Knorpelschaden im Knie) werden das wohl kaum schaffen. Die Oberschenkelprobleme von Oualid Mokhtari sind dagegen nicht so schlimm. Der Mittelfelddribbler, mit dem Sportmanager Michael Dämgen in Antalya ebenso wie mit Rechtsverteidiger Christian Müller über eine Verlängerung der am Saisonende auslaufenden Verträge verhandelt hat, weilte zwar gestern beim Arzt, soll aber heute oder morgen wieder trainieren.

Heute gegen den FK Prishtina

Mit dem OFC üben wird auch Ruben Gomez. Der 23 Jahre alte argentinische Mittelfeldspieler, der zuletzt beim ukrainischen Erstligisten Metalurg Donezk unter Vertrag stand, konnte zwar aufgrund konditioneller Defizite im Trainingslager nicht vollends überzeugen, dennoch darf er in Offenbach bis zum Ende dieser Woche vorspielen. Gomez sei zwar “nicht der klassische Spielmacher, den wir suchen”, so Dämgen. Aber “fußballerisch könnte er uns helfen”, sagt Andersen. Die Kickers prüfen allerdings noch andere Optionen. So soll eventuell noch der eine oder andere Kandidat zum Probetraining erscheinen. Beim heutigen Testspiel (20 Uhr) gegen den kosovarischen Klub FK Prishtina wird aber erst mal Gomez eine erneute Chance erhalten.

Aristide Bancé muss nicht mehr um einen Vertrag spielen. Den Stürmer aus Burkina Faso hat der OFC schließlich vor zehn Tagen verpflichtet. Heute wird der 1,90-Meter-Hüne erstmals vor heimischem Publikum auflaufen. Die Integration des Angreifers aus Afrika schreite gut voran, sagt Andersen. Bancé versprühe “gute Laune”, und was der neue Mann auf dem Platz mache, “hat Hand und Fuß”.

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