“An einem Sahnetag ist für Kickers ein Unentschieden drin”

Aus der Offenbach Post:
Lars Schmidt vergleicht seine Ex-Klubs OFC und Mainz 05

Offenbach (app) – Von 1995 bis 1999 spielte Lars Schmidt in der 2. Fußball-Bundesliga für Mainz 05. Unter Wolfgang Frank, heute Trainer der Offenbacher Kickers. Gemeinsam mit Jürgen Klopp, heute Trainer der Mainzer. Schmidt wechselte 1999 zum OFC, coachte die Kickers von August 2003 bis März 2004 in der Regionalliga Süd. Inzwischen trainiert der 42-Jährige den Bezirksoberligisten Kickers Obertshausen. Da sein Team das Landesliga-Derby gegen die Sportfreunde Seligenstadt bereits am Samstag absolviert, wird er Sonntag, 14.00 Uhr, den Knüller in der 2. Liga zwischen den Offenbacher Kickers und Mainz 05 live im Stadion verfolgen. Als unparteiischer Beobachter, “denn ich schätze beide Vereine wirklich sehr”, wie er versichert.
Lars Schmidt über die einzelnen Mannschaftsteile, die beiden Trainer und die Perspektiven seiner ehemaligen Vereine.

TORHÜTER:
OFC-Torwart Cesar Thier hatte zuletzt mit Rückenproblemen zu kämpfen, saß danach nur auf der Bank. Stellvertreter Daniel Endres hat seine Chance aber nicht richtig beim Schopf gepackt, zuletzt in St. Pauli nicht allzu glücklich ausgesehen. Die Torwarthierarchie ist bei den Kickers zurzeit keine klare Geschichte. Man muss abwarten, wie sich Wolfgang Frank entscheidet. In Mainz ist Stammtorwart Dimo Wache zwar verletzt, Christian Wetklo aber eine klare und sehr gute Nummer zwei.
Vorteil für Mainz 05.

ABWEHR:
Wenn die Kickers es schaffen, ihre Fehler in der Defensive zu reduzieren, ist das eine ziemlich ausgeglichene Angelegenheit. Sidney wird sich nicht allzu oft so einen Patzer leisten wie vor dem Tor zum 0:1 in St. Pauli, da bin ich mir sicher.
Unentschieden.

MITTELFELD:
Die Mittelfeldspieler der 05er sind allesamt in der Lage, Tore zu erzielen – wie zuletzt Daniel Gunkel in der Nachspielzeit beim 1:1 gegen den Sportclub Freiburg. Das Offenbacher Mittelfeld verbreitet dagegen weniger Torgefahr.
Klarer Vorteil für Mainz 05.

ANGRIFF:
Felix Borja, der neue Angreifer aus Ecuador, hat mir beim 3:0 der Mainzer gegen Borussia Mönchengladbach imponiert. Das ist ein richtiges Vieh. Bei den Kickers muss man immer auf Suat Türker hoffen. Er ist kaum zu ersetzen.
Vorteil für Mainz 05.

TRAINER:
Wolfgang Frank hatte großen Einfluss auf Jürgen Klopp. Kloppo hat viel von Wolfgang gelernt, hat aber durch seine lockere Art und seine rhetorischen Fähigkeiten seinen eigenen Weg gefunden.

FAZIT:
Von der Qualität her sind die Mainzer definitv im Vorteil, aber punktuell ist alles möglich. Die Kickers haben sich bisher als sehr heimstark erwiesen, ihre Heimspiele gegen Aue und Augsburg gewonnen. Wenn sie einen Sahnetag erwischen, schaffen sie gegen Mainz das Unentschieden, auch wenn von der Papierform vieles dagegen spricht.

SAISONPROGNOSE:
Die Kickers haben sich auf ihren Problemzonen in der Defensive gezielt verstärkt, da ist eine bessere Grundsubstanz gegeben. Sie werden eine ruhigere Saison spielen als im Vorjahr. Platz acht oder neun ist machbar – mehr nicht. Die Mainzer sind sehr, sehr stark. Sie schaffen die Rückkehr in die Bundesliga.

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