Rehm fliegt und verletzt sich

(Quelle: fr-online.de) Am Sonntag war Rüdiger Rehm abgetaucht – über die Mailbox seines Handys kamen Anrufer nicht hinaus. Der linke Verteidiger der Offenbacher Kickers ging in die Defensive, um nur nichts mehr zu dem unglückseligen Freitagabend von Kaiserslautern sagen zu müssen. Was hätte der 28-Jährige auch erklären sollen? Was es zu sagen gab, hatte er schon unmittelbar nach Spielschluss von sich gegeben. “Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen”, hatte Rehm gesagt, seine Aktion “dumm, einfach nur dumm” genannt und festgestellt, dass “so was nicht passieren darf”.

Obwohl sieben Minuten zuvor verwarnt, hatte Rehm gegen den Kaiserslauterer Sascha Kotysch in der 19. Minute eine Grätsche angesetzt, die schon deshalb unsinnig war, weil die Chance, den Ball sauber zu spielen, nicht sonderlich groß war und selbst ein durchgebrochener Kotysch für den OFC-Kasten noch keine unmittelbare Gefahr dargestellt hätte. Rehm ging jedoch ungeschickt in den Zweikampf und flog vom Platz. Zum dritten Mal in der laufenden Saison – zuvor war er am zehnten Spieltag bei der Spvgg. Greuther Fürth (Rot) sowie in der ersten Rückrundenpartie in Jena (Gelb-Rot) vorzeitig zum Duschen geschickt geworden.

Trainer Wolfgang Frank will Rehm für seine “Fehlleistung” jedoch nicht zusätzlich bestrafen. “Rüdiger ist am traurigsten von allen”, sagte Frank gestern. Und gestraft ist Rehm ohnehin genug. Denn zu allem Überfluss hat er aus dem für ihn so unglücklich verlaufenen Abend wohl auch noch einen Haarriss im großen Zeh des rechten Fußes davongetragen. Eine Kernspintomographie soll heute genauen Aufschluss darüber geben. Bestätigt sich der Verdacht, dann wird Rehm nicht nur im nächsten Spiel gegen Freiburg fehlen, sondern weitere Begegnungen verpassen. Dabei könnte der 1,84 Meter große und 74 Kilogramm schwere Defensivakteur jeden Einsatz brauchen. Denn Rehms Vertrag läuft aus, und die Sportliche Leitung des OFC ist sich ob der schwankenden Leistungen des gebürtigen Badeners seit seinem Wechsel von Erzgebirge Aue nach Offenbach im Sommer 2005 nicht schlüssig, ob sie mit Rehm verlängern soll. Insofern könnte der Freitagabend weitreichende Folgen haben. hunz

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